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„Spiegelbilder“ von Mary Hartwig

Ein Mann und eine Frau mehrfach gespiegelt

 

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Spiegelbild von Silja Korn

Unterer Teil eines Gesichts in Schwarz-Weiß

Das Foto erinnert mich an mein letztes gesehenes Spiegelbild, bevor ich völlig erblindete. Ich war in etwa 12 als ich mich noch als Schattenbild in einem Spiegel betrachten konnte. Um überhaupt was erkennen zu können, musste ich nahezu in ihn hineinkrauchen. Im Grunde war es nicht mehr allzu viel, was ich da sah. Denn ein Gesicht mit all seinen Merkmalen war es nicht mehr, was ich da erblickte.

Schemenhaft konnte ich nur noch erahnen, wo sich meine Augen und meine Nase befanden. Die Mundpartie fiel noch sehr deutlich in mein Blickfeld, und das machte mich glücklich.

Beschreibung

Bei dem Bild handelt es sich um ein schwarz-weiß Portrait einer Person im Hochformat. Der Hintergrund, der am oberen Rand zu einem Sechstel und am rechten Rand zu etwa einem Fünftel sichtbar ist, ist dunkelgrau. Der Rest des Bildes wird von dem Kopf und einem Spiegel eingenommen. Das linke Drittel des Bildes ist komplett verdunkelt. Die Haare der Person sind auf dem Bild schwarz, einige Strähnen des Ponys hängen ihr in die Stirn. Sie hat die Augen geschlossen. Das Bild ist insgesamt sehr dunkel, nur einige Stellen, die unten ausführlicher beschrieben sind, sind hell.

Die Person hält sich einen Spiegel mit einem schmalen, hölzernen Rahmen unter das Kinn. Der Spiegel wird am rechten Rand des Rahmens von drei Fingern, von denen am unteren rechten Rand des Bildes nur die längeren lackierten Fingernägel sichtbar sind, so gehalten, dass er vom Kinn ausgehend schräg nach unten zeigt.

Eine nicht im Bild sichtbare Lichtquelle beleuchtet die Unterseite des Kinns der Person, die rechte Seite der Oberlippe und einen Teil der rechten Wange und ihre Nasenspitze. Das beleuchtete Kinn und die Nasenspitze spiegeln sich auch im Spiegel.

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Marys Spiegelbild

Marys Spiegelbild

Bildbeschreibung von Mandy

Dieses Foto zeigt Mary neben unserer Hochschule vor einer Spiegelwand. Hinter ihr ist in der rechten Bildhälfte ein Graffiti und in der linken Bildhälfte die Steinsäulen der Alice-Salomon Hochschule zu sehen. Den Mittelpunkt des Fotos bildet Marys Spiegelbild. Nur ihr rechter Arm ragt vor dem Spiegel, auf der linken Seite, in das Bild und überdeckt einen kleinen Teil ihres Spiegelbildes.

Mary steht frontal vor dem Spiegel, man kann ihren Oberkörper sehen. Sie trägt einen geöffneten Kurzmantel und einen Schal, welcher Falten schlägt. Ihren Kopf legt sie leicht in den Nacken, da sie zur rechten Seite schaut. Man sieht einen Teil ihres linken Ohrrings durch ihre blonden Haare hervor, sowie den rechten Bügel ihrer schwarzen Sonnenbrille, die in ihren Haaren steckt. Ihren rechten Arm streckt sie nach rechts oben aus. Mit ihrem rechten Zeigefinger deutet sie erklärend auf etwas, das im Bild nicht zu sehen ist. Ihr linker Arm ist angewinkelt und nah an ihrem Körper. Mary hält eine brennende Zigarette in ihrer linken Hand, welche aufgrund ihres rechten Armes vor dem Spiegelbild, nur zur Hälfte zu erkennen ist.

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Unsere Gruppe im Spiegel von Mary

Gruppe vor dem Spiegel

Beschreibung von Mandy

Das Foto mit Sara, Alex, Esther, Mary, unserer Fotografin, und mir, entstand neben unserer Hochschule vor einem verspiegelten Schaufenster. Wir fünf stehen nebeneinander und schauen in den Spiegel. Man kann uns bis zur Hälfte sehen. Hinter uns ist ein Graffiti erkennbar. Das Bild wirkt insgesamt sehr hell. Die Sonne scheint stark und blendet uns alle von der linken Seite.

Ganz links im Bild bin ich zu sehen. Ich trage einen schwarzen Mantel, sowie einen schwarzen Schal und einen Rucksack. Mein Gesicht und meine Haare sind nur teilweise zu erkennen aufgrund der stark blendenden Sonne. Vor mir, etwas weiter rechts im Bild, steht Sara. Sie steht schräg und schaut über ihre rechte Schulter in den Spiegel. Sara trägt einen schwarz-weiß gestreiften Pullover. Man sieht einen Teil ihres Rückens und ihres Armes. Ihr Gesicht und ihr Hals sind deutlich zu erkennen. Der Gesichtsausdruck ist etwas ernster. Saras blonden Haare sind offen, aber nur auf der rechten Seite deutlich zu erkennen. Aufgrund der Sonne erscheinen ihre Haare auf der linken Seite sowie ein Teil ihres Rückens sehr hell.

Neben Sara steht Mary, die gerade die Kamera hält und das Foto schießt. Sie trägt einen Kurzmantel und einen Schal, welcher nur ein bisschen auf der linken Seite erkennbar ist, da sie ihre beiden Arme vor ihr Gesicht hält um zu fotografieren. Lediglich ihre blonden Haare und ihre Unterlippe sind zu erkennen. Auf ihrer rechten Schulter erkennt man, etwas weiter im Hintergrund, die linke Hand von Sara. Mit ihrer rechten Hand fast Sara unter Marys rechten Arm, um ihn leicht zu führen. Hinter Mary und Alex steht Esther. Man sieht nur ihren Kopf und ihren Schal. Sie hält ebenfalls eine schwarze Kamera vor ihr Gesicht und setzt gerade zum fotografieren an. Esther trägt ihre Haare geschlossen.

Rechts vor Esther und rechts neben Mary steht Alex. Sie schaut auch in den Spiegel. Alex trägt einen Mantel, der etwas weiter geöffnet ist. Ihr Kragen legt sich leicht auf ihre Schultern und ihre geöffneten, blonden Haare fallen in ihn hinein. Ihr Gesicht und ihr Hals sind deutlich zu erkennen und werden nicht von der Sonne geblendet. Ihr rechter Arm ist angewinkelt und bis zum Ellenbogen auf dem Foto erkennbar..

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Träumend in der S-Bahn von Tina

Eine junge Frau schaut aus dem Fenster einer S-Bahn in dem sich ihr Gesicht spiegelt.

Portrait von Marit in der S-Bahn beschrieben von Flo

Die Fotografie zeigt ein Portrait von Marit, welche in der S-Bahn sitzt und mit verträumtem sowie leicht nachdenklichem Blick aus dem Fenster schaut. Der Oberkörper ist gerade zum Betrachter gerichtet und der Kopf nach links gedreht, wodurch ein seitliches Profil entsteht.

Sie nimmt ungefähr ein Drittel des Bildes ein und befindet sich auf der rechten Seite. Der rechte Bildrand schneidet ihre linke Schulter ab, die andere Schulter befindet sich ungefähr in der Mitte der Fotografie. Marit ist mit dem Körper zur Fotografin gerichtet, ihr Kopf ist seitlich nach Links gedreht wodurch ihr Seitenprofil deutlich sichtbar wird. Der untere Bildrand reicht bis knapp über Brusthöhe und vom schwarzen T-Shirt ist nur ein ungefähr 2 Zentimeter dicker, schwarzer Träger und schwarzer BH Träger ersichtlich.

Marit ist eine schlanke und junge Frau von ungefähr 25 Jahren. Ihre Haut an Oberarm, Schulter und Dekolletee wirkt auf der Fotografie sehr weich und eher hell. Der Hals und hintere Teil der Wange sind vom Schatten etwas abgedunkelt. Ihre Lippen, Wangen und Ohren sind leicht gerötet. Die dunkelbraunen Haare trägt Marit seitlich kurz und die längeren Haare sind über die Stirn von links nach rechts gekämmt.

Die linke Seite des Bildes zeigt einerseits das Fenster der S-Bahn, in welchem das Spiegelbild von Marit erkennbar ist. In der Spiegelung ist das vollständige Gesicht von Marit zu sehen. Andererseits ist auf der linken Seite des Bildes der Ausblick von der S-Bahn heraus erkennbar. Da die S-Bahn gerade in Fahrt zu sein scheint, ist dieser Teil des Bildes leicht verschwommen. Deutlich erkennbar sind jedoch Büsche, welche hellgrüne bis dunkelgrüne, volle Blätter tragen. Einige dieser Blätter wirken zudem heller, da sie von der von oben scheinenden Sonne beleuchtet und herausgehoben werden. Weiter ist hinter diesen Büschen ein Ziegeldach zu sehen, welches ebenfalls von der Sonne sehr hell leuchtet wird.

Beim genaueren und längeren Betrachten des Bildes ist noch eine weitere Person erkennbar. Sehr unauffällig und ganz klein im Hintergrund in der Mitte ganz am rechten Rand außen ist ein weiteres Gesicht erkennbar. Es zeigt eine weitere, weibliche Person welche in der S-Bahn sitzt. Von der ungefähr 50 Jährigen Frau mit kurzen Haaren ist nur sehr unscharf das Gesicht zu erkennen. Das Licht beleuchtet nur eine Seite ihres Gesichtes, die andere Hälfte ist durch den Schatten nicht zu sehen.

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Tanzstunde

Hallo!
Hier kommt ein Foto aus meiner Tanzstunde. Es ist nicht direkt aus dem
Unterricht, weil ich mich natürlich nicht im Spiegel sehen kann. Aber
da das Selfie aus dem Schloss Charlottenburg so gut rüberkam, hab ich
gedacht, das ist vielleicht auch eine gute Idee für dieses Bild. Die
Geste, die ich mache, gehört zu einem Tanz, bei dem es darum geht,
etwas Imaginäres aus der Luft zu greifen und damit die Bewegungen
weiter zu gestalten. Im Hintergrund sieht man meine Tanzlehrerin Frau
Bender, die schon länger inkulsiven Tanzunterricht anbietet. Im Moment
ist sie gerade auf der Suche anch weiteren blinden Schülerinnen. Ich
tanze seit April bei ihr und kann sie sehr empfehlen. Sie hat sich
toll auf meine Blindheit und Schwerhörigkeit eingestellt und die
Stunden bei ihr sind wirklich etwas ganz Besonderes. Ihr Stil nennt
sich Tanztheater. Es geht darum, Bewegungen aus dem Alltag
künstlerisch in den Tanz einzubauen. Sie gibt ganz klare, kleine
Anweisungen, aber ansonsten ist man völlig frei in der Umsetzung, was
mir sehr gefällt. Wenn jemand Lust aufs Tanzen hat, einfach bei mir melden; ich geb gern
die Kontaktdaten weiter.

Eine Frau, die eine Tanzbewegung macht, vor einem Spiegel, in dem man auch die Fotografin dieses Bildes spiegelt.

Ein Gedicht von Katrin zu diesem Bild:

Ich tanze

Ich tanze mit den Füßen im Regenbogen

In den Wolken versinke ich fast.

Meine ausgestreckten Arme sind starke Pflanzen.

Meine Finger Sonnenstrahlen.

Meine Haare die Strahlen des Mondes.

Mein Atem der Wind und meine Augen die Sterne.

Ich tanze zu einer unhörbaren Melodie.

Zu einem Lied, das aus meinem tiefsten Innern kommt aus dem Urgrund der Erde, aus dem uralten, unendlich begrenzten All.

Ich tauche hinab durch die Luftschichten und versinke im Wasser der Meere.

Ich bin der Nebel der Wälder, der Raureif des Herbstes und der Schnee der kalten Tage.

Ich bin der Dampf, der zu den Wolken aufsteigt und als Regen wieder auf die Erde fällt.

Ich bin das Lebenselixier, der Stoff, aus dem alles gemacht ist.

Ohne mich könnte niemand leben.

Doch ich bin auch voller Widersprüche.

Voller Harmonie und Zwiespalt.

Voll Vielfalt der Seinszustände.

Ich bin gefroren, kalt oder warm,

bin Dampf in der Luft oder flüssig auf der Erde.

Durch alle Wasser laufe ich, auf allen Ländern bin ich zu Hause.

Ich flieg mit dem Wind, tanze mit den Wellen und wandle mit den Gezeiten.

Ich ströme durch Menschen und Tiere, durch Pflanzen und Steine und forme sie mit meinem immer gleichen, ewig wechselnden Wesen.

Nennt man mich Wasser, irrt man sich sehr.

Ich bin mehr als das und doch viel weniger.

Ich bin unsichtbar, kenne viele Formen.

Ich bin gefunden und verloren.

Ich lache und weine zugleich.

Ich bin die Mitte des Regenbogens,

im Zentrum zwischen zwei widersprüchlichen Polen.

Sie ziehen mich in beide Richtungen zugleich.

Magnetisch bin ich nicht, doch unendlich sinnlich.

Ich genieße jede Berührung,

jede Begegnung nehme ich als unschätzbares Geschenk dankbar an.

Ich tanze mit dem Wind und den Wellen,

streichle die Wesen der Welt mit meinem Federstab und gleiche aus, wo Ungleichgewicht herrscht.

Ich bin Mond und Sonne zugleich und alle Sterne, Tag und Nacht, zeitlos und im Augenblick schwebend.

Ich bin ein Wunder.

Und doch etwas so gewöhnliches, dass mich die meisten Wesen kaum bemerken, weil ich so selbstverständlich in ihnen verweile, dass ich schon zum Alltag gehöre.

Still setze ich meinen Weg fort,

lächle versonnen

und freue mich

über alles, was ich erlebe.

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Unfreiwilliges Spiegelbild

Eine Steinskulptur

Beschreibung von Verena und Anne
An unserem ersten Termin des Seminar Fotografieren für Blinde, haben wir am Nachmittag einen Streifzug über den Antiquitäten Flohmarkt am Tiergarten gemacht. Dabei konnten wir einige kuriose Entdeckungen machen und unsere tolle Fotografin Mary hat gegen Ende der Tour unter anderem dieses schöne Foto geschossen. Das vorliegende Bild zeigt das Spiegelbild einer Skulptur die wir durch Zufall entdeckt haben.
All das was im weiteren Verlauf beschrieben wird, ist nicht die direkte Abbildung des/der Objekte, es handelt sich dabei um die Fotografie eines Spiegelbildes.
Im Hintergrund ist der Tisch des Flohmarkthändlers zu sehen, auf dem eine dunkelrote Samttischdecke liegt. Die Tischkante verläuft parallel zum oberen Bildrand, nur ansatzweise erkennt man, dass auf dem Tisch noch Gegenstände liegen. Diese sind jedoch sehr unscharf, lediglich etwas blau und grau ist zu erkennen.
Der linke Bildrand wird durch den schrägen Zierschliff des Spiegels geprägt. Durch den Facettenschliff zeigt das Bild eine doppelte, nebeneinander liegende Spiegelung der Gegenstände. Zum einen sieht man eine hellbraune, runde Rattan Box, die circa mit der waagerechten Bildmittellinie abschließt und oberhalb ein Stück der Rückenlehne eines rot-braunen Korbsessels. Insgesamt nimmt beides das linke Viertel des Bildes ein. Im Detail macht ein Drittel die Spiegelung des Facettenschliffs aus, dort sind die Box und der Sessel sehr unscharf dargestellt, weiter rechts folgt dann die schärfere Spiegelung bei der sich eine Flechte am oberen Rand der Rattanbox erkennen lässt.
Nun kommen wir zum Hauptmotiv des Fotos, dies zeigt eine Steinfigur, auf dem Rücken liegend mit Flügeln. Die Figur liegt auf der senkrechten Mittelachse des Bildes. Die Skulptur hat den Blick nach links oben aus dem Bild gerichtet, spitz zulaufende Ohren und die Zunge hängt aus dem Mund, dessen Mundwinkel nach unten zeigen. Die Beine sind angewinkelt und eine Hand befindet sich zwischen den Beinen, die Füße liegen aufeinander und die linke Hand fasst an das Gesäß. Zum rechten Bildrand hin ist ein Flügel zu sehen, der an den einer Fledermaus erinnert. Die Spitze des Flügels wird vom rechten Bildrand abgeschnitten, das Gesäß der Skulptur vom unteren Bildrand.
Die Skulptur liegt auf einem runden weißen Tisch, dahinter sind einige hellgrüne Linien zu erkennen die von rechts oben diagonal nach nicht ganz links unten verlaufen. Diese Linien gehören zu einem runden Sessel, der hinter dem Tisch mit der Skulptur steht und bilden eine starken Kontrast zu den sonst eher erdigen Farbtönen des Bildes. Das Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, bleibt allerdings die Skulptur, die fast komplett weiß und als einziges scharf dargestelltes Objekt zu erkennen ist.

 

Insgesamt ist das Bild recht klar, die Skulptur wirkt leidend, sodass das Bild bei längerer Betrachtung eher eine gedrückte Stimmung vermittelt, aber auf der anderen Seite wirkt es auch hoffnungsvoll, durch den Blick, den die Skulptur nach oben richtet…

 

(aus dem Fotoseminar mit Blinden)

 

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