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„Fragwürdiges“ von Mary Hartwig

Wurzeln vor schwarzem Hintergrund

 

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100 Meisterwerke: 43. „Seerosenteich“ von Claude Monet

Wasserlilien

Der Französische Maler Claude Monet war einer der berühmtesten Vertreter des Impressionismus.  In den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens widmete sich Monet der Gestaltung und Erhaltung seines Gartens in Giverny. In dieser Anlage befand sich ein Seerosenteich, der häufig in Monets Gemälden auftaucht. So auch in dem hier beschriebenen Ölgemälde, das zwischen 1916 und 1919 entstand. Das Bild zeigt eine Nahansicht des Teiches, die umgebende Landschaft oder der Himmel sind nicht dargestellt. An den Bildrändern oben, unten und rechts ist ein kleiner Rest weiße, unbemalte Leinwand zu sehen.

Es scheint als hätte Monet schräg von oben auf den Teich geblickt und ihn aus dieser Perspektive gezeichnet. Im Mittelpunkt des Gemäldes sind sieben Seerosen in unterschiedlichen Abständen zueinander angeordnet. Die Seerosen haben weiße Blütenblätter mit einem dunkelgelben Blütenstempel in der Mitte. Die Mehrzahl der Blütenblätter richtet sich nach oben zu weitgeöffneten Kelchen auf. Die Schwimmblätter der Seerosen schimmern in einem matten dunkelgrün auf der blauen  Teichoberfläche. Diese ausladenden Blätter verteilen sich mittig bis hin zum äußersten rechten Rand, wo sie das Bild abschließen. Auf der linken Seite ist das Bild von Wasser begrenzt.

In der linken oberen Ecke sind weitere Seerosen angedeutet, diese sind jedoch nur verschwommen gemalt. Sie haben lila  Blütenblätter. Die Wasseroberfläche ist in einem fast violetten Blau gemalt. Diese Farbe wird immer wieder durchbrochen von dunkleren Wellen, die das Bild von oben nach unten durchziehen. Es sind grünbraun gemalte, leicht gebogene Striche. Sie könnten aus dem Wasser ragende Schilfhalme oder auch Reflektionen von Ästen sein. Das Grün der Seerosenblätter und das Blau des Wassers verschwimmen teilweise ineinander und ergänzen sich sehr gut.

Obwohl dunkle Farbtöne im Bild vorherrschen, wirkt die Atmosphäre keinesfalls traurig oder drückend. Die Szene weckt eine Sehnsucht im Betrachtenden mehr als nur diesen Ausschnitt des Seerosenteiches und den restlichen Garten zu sehen.

Bildquelle: Wikimedia

Text: Clara Hoffmann

 

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100 Meisterwerke: 5. „Die große Welle vor Kanawaga“ von Katsushika Hokusai

Die große Welle vor Kanawaga

Das Bild des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai „Die große Welle vor Kanawaga“ entstand um 1831. Es ist ein Farbholzschnitt aus der Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“ im Format 25 x 37cm. Der Druck ist im Querformat und in den Farben Blau, Weiß und Braun gestaltet. Vor allem die Farbe Blau ist in ihren unterschiedlichsten Abstufungen, von ganz hell und zart bis zu fast schwarzem Dunkelblau verwendet worden. Insgesamt überwiegen Blau- und Weißtöne. Das Bild befindet sich im Metropolitan Museum of Art in New York.

Im Vorder- und Mittelgrund des Bildes befindet sich die namensgebende große Welle, sie nimmt den Großteil der linken Hälfte des Bildes ein, senkt sich zur Mitte hin in ein Wellental ab, um am rechten Bildrand wieder etwas anzusteigen. In der linken Bildhälfte beginnt sich die Welle zu brechen und vom oberen Wellenkamm, der eher im Mittelgrund des Bildes liegt, lösen sich erste aufgewühlte weiße Wassermassen. Das Bild zeigt nur einen Ausschnitt des Meeres, es ist allein die Welle und, bis auf den Hintergrund, kein Land zu sehen. Die ganze Welle ist in dunklen Blautönen gehalten. An der Oberfläche schäumt sie weiß auf und ebenfalls weiße Schaumfetzen fliegen durch die Luft. Wellen und Schaum setzen sich aus filigranen Linienstrukturen zusammen.

Drei hölzerne Fischerboote schwimmen im Wasser. Zwei davon im Wellental, je eins im Vorder- und im Mittelgrund und eines, in die aufragende Welle hinein schwimmend, im Mittelgrund an der linken Bildhälfte. Die Boote sind nicht ganz zu sehen, denn sie sind teilweise von der Welle verdeckt. Die Boote sind sehr flach und wahrscheinlich Ruderboote, wobei die Ruder nicht zu sehen sind. Aufgrund ihrer flachen Bauweise scheinen die Boote relativ sicher im Wasser zu liegen. Da nicht mehr gerudert wird sind sie der Naturgewalt überlassen und schwimmen wie Treibholz durch die Wellen. Auf den Booten liegen Menschen, vermutlich Fischer, in gekrümmter Haltung, den Kopf eingezogen und dicht beieinander, auf einer Art Holz- oder Stoffgeflecht. Sie liegen quer zum Boot. Die Boote sind in sehr hellen Braun und Beigetönen gehalten, allein die Konturen sind in feinen Linien in dunklem Blau gedruckt.

Die Fischer tragen alle die gleiche Kleidung in dunklem Blau. Im Gegensatz zu der sehr feinen Ausarbeitung der Welle und der Boote sind die Fischer nicht genau zu erkennen und auch nicht so fein ausgearbeitet. Die Köpfe sind weiße Ovale mit nur angedeuteten Gesichtsmerkmalen wie Augen und Mund. Ihre Kleidung könnte aus Jacke oder Hemd und gleichfarbiger Hose bestehen, Schuhe, oder überhaupt die Füße der Fischer, sind nicht abgebildet. Am vermutlichen Fußende der Fischer befindet sich nochmal ein weißes Oval. Ob das ihre Füße oder die Köpfe weiterer Fischer sind, die in Gegenrichtung liegen kann ich nicht ausmachen. Das Boot welches direkt in die große Welle hinein fährt, oder getrieben wird, ist nur in seinem vorderem Drittel abgebildet, der Rest ist von der Welle verborgen. Auf diesem Boot ist auch nur eine Person sichtbar, sie hat den Kopf etwas angehoben und blickt auf die Welle vor sich. Auf den anderen beiden Booten im Wellental sind je vier Fischer deutlich erkennbar. Es könnten aber weitere vorhanden sein, oder es handelt sich um einen anderen weiß-blauen Gegenstand.

Im Bildhintergrund ist hinter dem Wellental ein kegelförmiger Berg mit schneebedeckter Spitze zu sehen, dem Namen der Bilderserie nach zu schließen handelt es sich um den Vulkan Fuji. Der Berg liegt in dunklem Schatten. Der Rest des Hintergrundes ist hellbeige. Im Gegensatz zu der riesigen Welle wirken die Boote und die sich darauf befindenden Menschen klein und verletzlich; die sich brechende Welle scheint wie ein eigener Organismus der mit tentakelartigen Auswüchsen nach den Booten greift.  Der massive Berg und der helle Hintergrund sind die ruhenden Pole auf dem Bild.

Die verwendete Holzschnitttechnik ist eine spezielle Drucktechnik aus Japan, für jede Farbe wird eine eigene Druckvorlage aus Holz angefertigt. Für ein solches Bild  werden bis zu zehn Druckplatten benötigt. Hokusai hat diese Technik sein ganzes Leben lang verfeinert und gelehrt. „Die große Welle vor Kanawaga“ ist das weltweit bekannteste Bild eines japanischen Künstlers.

Text: Astrid Pruß

Bildquelle: Wimimedia

 

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