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„Der Heimliche Gast“ von Mary Hartwig

Light painting der heimliche Gast

 

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„Shot in the Dark“: „Ben“ von Sonia Soberats

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Ein Mann mit geschlossenen Augen betastet sein Gesicht

Ein Schwarz-Weiß-Porträt. Das Gesicht eines dunkelhäutigen Mannes mit hell glänzendem Teint und geschlossenen Augen. Seine Fingerspitzen liegen auf seinen Wangen unterhalb der Augen, als ertastete er vorsichtig sein Gesicht. An seiner linken Hand trägt er einen Ring. Sein Kopf ruht auf federgleichen feinen Lichtspuren, ein Kissen aus Licht.

Copyright: Sonia Soberats 2004 Originalmaße 60 x 47 cm

 

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„Shot in the Dark“: „Electric Man“ von Pete Eckert

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Ein grünlich beleuchteter Mann vor dunklem Hintergrund

Beschreibung 1:

Auf braunem Grund steht neben einem stoffbezogenen Stuhl eine Gestalt mit Füßen eines Menschen, herabhängenden Armen und oberhalb des Oberkörpers einer dunklen von gelbem, weißem und blauem Licht umrahmten Fläche. Rechts gesättigtes Moosgrün eines Stuhls. Im linken oberen Bildviertel ein mittelgroßer Fleck aus primärroten Lichtschlieren. In der Mitte des Bildes ist die abstrakte Gestalt in ein langgezogenes, vertikales, gelbleuchtendes Oval gesetzt. Sie ist überzogen von weißen, gelben und roten, teilweise spiralförmigen und gezackten Linien. Vereinzelte weiße, gelbe und rote Lichtbögen sind um sie herum angeordnet.

Beschreibung 2:

Ein Blick in einen Raum mit einem Holzboden. Kreisende, spiralförmige Linien in gelb, weiß und rot bringen einen menschlichen Körper hervor. Auch die farbigen Ausmalungen des Kopfes lassen eine stehende Person erkennen. Unterbrochen das grelle Kreisen von nackten Füßen auf rotbraunen Dielen, die ihm einen fleischlichen Sockel geben. Die ganze Figur vor einem gelben Farbgrund, durchzogen von weißen Zeichenspuren.

Das Ende der Hosenbeine, das Ende der Ärmel des Oberteils eines Judoanzuges, die Hände, von denen Blitze ausgehen, sind zu erkennen. Die Arme hängen locker am Körper herunter. Rechts von der Figur ein alter Sessel mit einer grünen Rückenlehne, seine linke Lehne im Licht, seine rechte Seite im Dunkeln. Der Sessel mit seinem grünen Sitzpolster ist nach vorne gedreht, als wäre die Figur gerade von ihm aufgestanden. Unter einer der hölzernen Lehnen ein gedrechselter Fuß im Hellen.

Von Kopf bis Armhöhe der Figur brechen Lichtlinien aus dem Körper aus, zwischen Hüfte und Knie leuchtet etwas aus dem Dunkeln auf. Rechts eine weiße Wand oder ein Wandvorsprung, als wäre eine Tür geöffnet, die den Blick auf die Figur freigibt.

Das Gelb des Hintergrundes der Figur, nach oben hin in Streifen aufgelöst, verleiht der Umgebung etwas Rauchiges, etwas zugleich Irdisches und Auratisches. Das Weiß hingegen behält eine präzise Zeichenhaftigkeit,wie elektrische Ströme, die die ganze Figur durchziehen, während rechts von der Figur die Farben und Linien ins Konturlose verwischen. Links hingegen hat die Figur Halt, begrenzt eine scharfe Kontur die Figur vor dem dunklen Hintergrund.

Beschreibung 3:

Mittig im Hintergrund steht eine Figur, deren Körper und Kopf aus lauter gelben, weißen und roten Lichtlinien besteht. Rechts von ihr befindet sich ein mit grünem Stoff bezogener Sessel. Lediglich an ihren nackten Füßen erkennt die Betrachter*in diese Lichtgestalt als reale Person.

Die Lichtlinien grenzen die linke Körperseite vom dunklen Hintergrund ab. Die rechte Körperseite hebt sich dagegen vom Fuß bis zum Ärmelansatz nicht scharf vom gelblich leuchtenden Grund ab. Der Electric Man und die linke Hälfte des Sessels stehen in einem gelblich leuchtenden Lichtkegel. Sein linkes Bein etwas nach hinten versetzt wird durch eine vertikale weißliche Linie gekennzeichnet, dagegen wird sein rechtes Bein durch spiralförmige gelbliche Linien angedeutet. Erkannt werden auch der Saum seiner Hose und die beiden Ränder der Ärmel. Auch die Hände sind mit Lichtlinien nachgezeichnet. Der Kopf wird von vertikal gebogenen Linien in rot, weiß und violett angedeutet. Auf der bildrechten Seite verlassen sie den Kopf als gelbliche und rötliche Schlieren.

Die Lichtgestalt steht nach hinten versetzt mittig auf einem rötlichbraunen Parkettboden, der einen großen Teil des Vordergrundes der Fotografie einnimmt. Rechts wird das Foto von einer weißlichen Wand begrenzt, die fast bis zum oberen Bildrand reicht. Der Raum liegt hauptsächlich im Dunkeln.

Copyright: Pete Eckert, Originalmaße: 90 x 67cm

 

 

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100 Meisterwerke: 56. „Adam“ von Rudolf Hausner

Adam

Das Bild „Adam“ wurde von dem Österreichischen Maler und Grafiker Rudolf Hausner in den 1960er Jahren angefertigt. Hausner war ein Vertreter der Wiener Schule des Fantastischen Realismus.

Das farbige, querformatige Ölgemälde ist von einem schmalen, gräulichen Holzrahmen umrandet. Im Mittelpunkt befindet sich ein 10 bis 13-jähriger Junge. Er ist vom Kopf bis zur Schlüsselbeinhöhe abgebildet, ab Brustbeginn ist er durch einen schmalen schwarzen Rahmen verdeckt. Dieser schwarze Rahmen zieht sich durch das ganze Bild und setzt quasi einen inneren Rahmen zusätzlich zum Holzrahmen. Dieser gemalte schwarze Rahmen ist am oberen und linken Rand des Bildes um einiges breiter und verläuft sich links in ein intensives rot.

Der Junge trägt ein weißes Oberteil mit dunkelblauem Kragen. Die Ärmel sind ¾ lang und durch einen blauen schmalen Bund abgegrenzt. Der Blauton ist derselbe wie der am Kragen. Allerdings sieht man nur einen Arm, nämlich den linken Arm vom Jungen aus gesehen. Diesen hält er leicht angewinkelt nach oben mit einer roten mittelgroßen Fahne in der Hand. Von dem anderen Arm ist nur die Schulter zu sehen. Außerdem trägt der Junge eine weiß-blaue Mütze, die einer Schifffahrtsmütze ähnelt. Insgesamt wirkt er wie ein Matrosenjunge.

Er hat kurzes, rotes Haar und einen kurzen Pony, der ihm in die Stirn fällt. Seine Augen sind dunkel, er hat volle rote Lippen, die weder lächeln, noch traurig herunterhängen. Seine Nase und seine Ohren sind verhältnismäßig zu seinem Gesicht groß. Insgesamt wirkt er eher neutral. Obwohl er den Mittelpunkt des Gemäldes darstellt, nimmt er einen verhältnismäßig kleinen Raum des Bildes ein. Direkt hinter ihm zieht sich, wie ein Rahmen um sein Gesicht, ein bräunlich-gelbes trapezförmiges Viereck zum Mittelpunkt des Bildes hin. Seinen Rand bilden eine Reihe undeutlicher dunkler Büschel, die wie Baumkronen in der senkrechten Draufsicht wirken. Der hintere Rand hat sehr kurze dünne, nur angedeutete Baumstämme. Wo wir ein Schiff vermuten würden, sieht es aus wie die unpassende perspektivische Sicht auf ein Stück Park. Den übrigen Hintergrund bildet ein leuchtendes Blau, das am oberen Bildrand etwas dunkler beginnt und in ein sehr helles Wasserblau am unteren Rand übergeht.

Bildquelle: ebay.de

Text: Stefanie Rode

 

 

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100 Meisterwerke: 55. „Der Blindensturz“ von Pieter Bruegel

Der Blindensturz

Der Blindensturz ist ein Gemälde des niederländischen Malers Pieter Bruegel des Älteren. Es entstand im Jahre 1568 und ist der europäischen Kulturepoche Renaissance zuzuordnen. Das Gemälde ist in einer reduzierten Palette aus Braun- und Blaugrautönen gehalten und wurde mit Temperafarben auf Leinwand aufgetragen. Das querformatige Originalgemälde hat die Abmessungen 154 cm × 86 cm und ist heute im Museo di Capodimonte in Neapel zu besichtigen.

Das Gemälde zeigt eine Gruppe sechs blinder Männer, die im Gänsemarsch diagonal von links oben nach rechts unten das Bild durchqueren und dabei auf abschüssigem Gelände einer nach dem anderen ins Stolpern geraten. In der linken unteren Ecke wird die Gruppe durch den Bildrand von der Betrachterin getrennt.

Die Szene spielt sich auf einer in hellen Brauntönen gehaltenen Dorfwiese ab. Links oben, hinter den letzten beiden Männern, sieht man zwischen einigen dürren Bäumen die braunen Dächer zweier mit Reet gedeckten Häuser. Auf der rechten Bildseite ist ein von Bäumen gesäumtes Gewässer zu sehen. Möglicherweise ist es ein Bach.

Den Hintergrund bilden ein überwiegend grün bewachsener Hügel und, neben einigen weiteren Bäumen, eine in blaugrau dargestellte Dorfkirche. Die Wiese endet vorn links im Bild an einem Abbruch, der weißen Boden erkennen lässt. Entlang dieser Abbruchkante verläuft die Wiese, auf der sich die sechs Männer bewegen abschüssig, schräg nach unten.

Die Männer tragen typisch mittelalterliche Kleidung in vorwiegend Grau- und blassen Blautönen: Bundhosen mit weißen Strümpfen und schwarzen Schuhen, darüber eine lange Jacke, die von einem Gürtel zusammengehalten wird. Die beiden Männer in der Mitte haben jeweils eine Ledertasche am Gürtel befestigt. Über die Jacken haben alle Männer weite, am Hals gebundene und vorn offene Umhänge um die Schultern geworfen. Jeder von ihnen trägt Kopfbedeckung – einen Hut, eine Kappe oder eine Haube, einige auch beides. Die Kleidung lässt vermuten, dass es Herbst ist.

Jeder zweite Mann hat einen langen, hölzernen Stab in der Hand. Die Blinden sind wie an einer Kette aufgereiht unterwegs: Jeder hat die Schulter des Vorangehenden oder dessen nach hinten gereichten Blindenstab erfasst, den Kopf mit den blinden Augen emporgehoben – während wohl jeder Sehende den Blick auf den unebenen Boden gerichtet hätte. Der vorderste der Männer ist bereits gestürzt. Er liegt nun mit dem Rücken in dem Gewässer am rechten Bildrand, die angewinkelten Beine der Betrachterin entgegengestreckt und die Arme hilflos emporgehoben. Mit der rechten Hand umklammert er den Holzstab. Die Finger seiner linken Hand sind durch das Bildende abgeschnitten. Rechts neben ihm halb im Wasser eine braune Tasche.

Der zweite in der Reihe wurde von dem Gestürzten mitgerissen und ist im Moment des Fallens dargestellt. Sein Körper ist bereits um 45 Grad nach vorn (im Bild nach rechts) gekippt, er hat den Kopf der Betrachterin zugewandt – der Schrecken ist ihm ins Gesicht geschrieben. Der Mund ist weit aufgerissen. Bei genauer Betrachtung kann man bei ihm die Ursache seiner Blindheit feststellen. Ihm wurden die Augen ausgestochen.

Nach einer kleinen Lücke folgt der dritte Mann auf den zweiten. Er befindet sich in der vorderen Bildmitte. Mit seiner nach vorn gestreckten linken Hand hält er den Stock seines Vordermanns fest. Dadurch kommt er ebenfalls ins Stolpern. Er ist bereits ein wenig nach vorn (im Bild nach rechts) geneigt. Sein Gesicht zeigt die Verwunderung über das Geschehen vor ihm, das er wohl nur erahnen kann. In der linken Hand hält er seinen hellen breitkrempigen Hut.

An ihren Gesichtsausdrücken ist zu erkennen, dass die drei anderen (in der linken Bildhäfte) noch nicht ahnen, was ihnen bevorsteht. Sie tappen im Gänsemarsch hinterher. Dabei hält sich die vierte und fünfte Person jeweils mit der linken Hand an der rechten Schulter des Vordermanns fest. Den fünften und sechsten Mann verbindet ein Stock, den beide in der rechten Hand halten. Der Letzte hält zusätzlich noch einen weiteren Stock, senkrecht als Gehhilfe, in seiner linken Hand.

Die Einzelbilder der sechs Gestalten könnten auch die Bewegung eines einzelnen Stolpernden in verschiedenen Phasen zeigen, der von links nach rechts, mit zunehmender Neigung durch das Bild kippt und schließlich zum Liegen kommt.

Bildquelle: wikipedia.org

Text Antje Köhn und Wikipedia

 

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100 Meisterwerke: 37.“Der Knabe mit der Roten Weste“ von Paul Cézanne

Der Knabe in der Roten Weste

Paul Cézanne  war ein französischer Maler der zu den Wegbereitern der klassischen Moderne in der Kunst zählt. „Der Knabe mit der roten Weste“ ist eines seiner berühmtesten Gemälde. Zum einen weil er das erste Mal ein Berufsmodell, einen jungen Italiener namens Michelangelo di  Rosa, porträtierte und zum anderen weil das Gemälde später zwischen 2008-2012 in einen Kunstraub verwickelt war. Das Gemälde ist eines von insgesamt sechs Werken einer Serie wobei vier davon Ölgemälde sind und die anderen zwei Aquarelle, all diese Gemälde porträtieren den Jungen.

Das gestohlene Ölgemälde, das sich nun wieder in der ursprünglichen Sammlung E.G Bührle in Zürich befindet, zeigt das Porträt eines jungen Mannes in Frontalansicht. Er sitzt jedoch zu seiner linken Seite gedreht auf einem unerkenntlichen Gegenstand und stützt sich mit dem linken Ellbogen auf einer Ablage, eventuell einem Tisch, ab, dies ist  jedoch nicht klar zu erkennen. Sein Alter ist schwer zu schätzen, er könnte um die zwanzig sein.

Allgemein ist der Hintergrund flächig und undeutlich gemalt, der Junge hingegen ist mit genauen Umrissen dargestellt. Auf der linken  Seite im Hintergrund lässt sich ein grünbrauner Vorhang erahnen, der das Bild auf dieser Seite abschließt. Mittig auf der Höhe des Kopfes des Jungen zieht sich ein dunkelbrauner Balken durch den Hintergrund. Die Flächen darüber und darunter sind hellblau und grün getupft und könnten ein Fenster andeuten.

Der Junge stützt sich mit dem Ellbogen auf die Ablage, wobei sein Kopf in seiner Hand ruht. Der rechte Arm, der sehr lang wirkt, hängt schlaff herunter, fast mittig im Bild, und liegt auf seinen Knien. Seine Haltung sieht leicht gelangweilt aus, als würde er auf etwas oder jemanden warten. Seine dunkelbraunen Haare sind etwa schulterlang und zu einem Zopf gebunden, der ihm gerade auf dem Rücken liegt. Sie sind mittig gescheitelt und hinter das Ohr gestrichen. Er hat blasse, helle Haut und ein zierliches Gesicht. Im Vergleich dazu erscheint sein sichtbares rechtes Ohr sehr groß. Seine dunklen Augen schauen geradeaus ins Leere.

Die Kleidung des Jungen ist elegant: Er trägt ein weißes, langärmliges Hemd mit einer geschlossenen Weste darüber und eine blauen Hose. Vorderteil und Kragen der Weste sind leuchtend Rot, der Rücken ist aus beigefarbenem Stoff. Dazu trägt er ein blaues Halstuch. Da dieses nur durch blaue Farbflächen angedeutet ist, lässt sich nicht erkennen wie es gebunden ist. Sein Körper ist auf dem Gemälde nur bis zu den Oberschenkeln zu sehen. Quer über seinen Knien liegt eine braune Decke oder ein großes Stück brauner Karton. Neben dem Jungen auf der Ablage liegt ein Stück weißes Papier. Vielleicht will er etwas schreiben und sieht daher nachdenklich oder fast schon gelangweilt aus. Allgemein dominieren in dem Ölgemälde die Farben blau, grün und rot, die zusammen eine sehr stimmige Komposition ergeben und dem Bild zu einer warmen  Atmosphäre verhelfen.

Bildquelle: billerantik.de

Text: Clara Hoffmann

 

 

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100 Meisterwerke: 33. „Der Kuss am Times Square“ von Alfred Eisenstaedt

Kissing the war goodbye

Das Bild ist eine schwarz-weiß Fotografie im Hochformat. Umgangssprachlich wird es „Der Kuss am Times Square“ genannt, Alfred Eisenstaedt gab ihm ursprünglich allerdings den Titel „V-J Day in Times Square“, wobei „V.J. für Victory over Japan“ steht. Es entstand am 14. August 1945, am Tag der bedingungslosen Kapitulation Japans im zweiten Weltkrieg und wurde am 21. August 1945 als Titelbild des LIVE – Magazins veröffentlicht.

Das Foto zeigt einen Straßenausschnitt in dessen Vordergrund ein sich küssendes Paar zu sehen ist. Das Paar füllt das Bild zu drei Vierteln aus und befindet sich nicht ganz mittig sondern leicht nach links gerückt. Es besteht aus einem Mann in einem schwarzen, oder sehr dunklen, Matrosenanzug und einer Frau in weißem Kleid und Mantel. Auch ihre Schuhe und Strümpfe, die aus Seide oder Nylon sind und hinten eine Naht haben, sind weiß. Es handelt sich um eine Krankenschwesteruniform. Das der Mann einen Matrosenanzug trägt ist an einem kleinen Stück des klassischen, weiß- gestreiften Matrosenkragens, drei weiße Streifen auf dunklem Grund,  und dem Matrosenhut zu erkennen. Dieser gleicht eher einer Kappe. Er ist rund, aus festem weißen Stoff genäht und hat einen hochstehenden Rand von ungefähr 5 cm.

Der Mann steht dem Betrachtenden zugewandt und wird größtenteils von der Frau verdeckt, die ihm in einer Drehbewegung des Oberkörpers seitlich zugewandt steht. Die Beine der Frau stehen fasst parallel zu denen des Mannes. Ihr linkes Bein ist gerade durchgedrückt und ihr rechtes leicht angewinkelt, die Fußspitze aufgesetzt. Der linke Arm ist nach hinten und unten angewinkelt und ihre Hand kommt auf ihrem Oberschenkel zum Liegen. Ihre Finger sind leicht gekrümmt, als wollten sie ihren Mantel vom nach oben rutschen abhalten. Der Daumen ist gestreckt. Ihren rechten Arm hält die Frau stark nach oben angewinkelt vor ihrem Oberkörper, die Hand liegt auf dem Brustkorb des Mannes.

Der Mann ist größer als die Frau und hält sie mit seinem rechten Arm an der Hüfte, seine Hand ist in greifender Haltung, sie an sich heran ziehend.  Seinen linken Arm hat er um den Kopf der Frau geschlungen, ihn nach hinten biegend, wodurch sie sich nach hinten ins Hohlkreuz neigt. Ihr Kopf liegt in der Beuge seines stark angewinkelten Armes. Seine Hand hält nicht den Kopf, sie ist nach hinten angewinkelt in einer lockeren Faust gehalten. Der Hinterkopf der Frau verläuft fast parallel zur Straße, ihr Gesicht parallel zum Himmel. Der Mann steht gebeugt über der Frau, sein Gesicht fast quer zu dem ihren und sie küssend.

Die sich küssenden Münder sind nicht sichtbar, Nase und Arm des Mannes verdecken das Gesicht der Frau fast komplett. Von seinem Gesicht ist nur die rechte Hälfte sichtbar und wenig erkennbar. Er hat eine große Nase, einen Haaransatz mit leichten Geheimratsecken und keinen Bart. Der Matrosenhut sitzt weit nach hinten geschoben auf seinem dunkelbraun bis schwarzen, glatten Haar. Sein rechtes Ohr ist zu sehen. Die Frau hat dunkelblondes Haar und eine geflochtene Frisur, von der allerdings durch den Arm und die Hand des Mannes nicht viel zu sehen ist. Am Hinterkopf trägt sie eine Art weißen Kamm ins Haar gesteckt.

Der Hintergrund des Bildes wird nach hinten immer unschärfer. Es sind viele Menschen auf der Straße: links hinter dem Paar sind zwei weitere Matrosen, rechts davon eine Gruppe von drei Frauen zu sehen. Die Personen, die in Richtung Kamera sehen, lächeln oder lachen. Auf der geteerten Straße liegen weiße Papierschnipsel, manche nur so groß wie Konfetti, andere größer, wie zerrissenes Papier. Rechts und links säumen mehrgeschossige Häuser mit Geschäften die Straße. An einem davon ist eine große, ausladende Markise wie bei einem Hotel oder einem Theater befestigt.

Der Ausschnitt ist so gewählt, dass man nicht erkennen kann, wie hoch die Häuser sind. Sie sind im dritten oder vierten Stock abgeschnitten. Auf der rechten Seite steht ein eingeschossiges Haus mit dem Schriftzug „BOND“ in Großschrift und Blockbuchstaben.  Ganz hinten ist unscharf ein schmales, einzeln stehendes Haus abgebildet. Dieses Haus ist vermutlich höher als fünf Stockwerke, man kann auch keine Stockwerke mehr erkennen, die dahinter liegenden Häuser sind aber deutlich niedriger. An diesem Haus gabelt sich die Straße auf der sich die beschriebene Szene abspielt nach links und rechts.

Das Foto ist laut dem Fotografen Alfred Eisenstaed ein Schnappschuss der die spontane Freude über den Sieg über Japan ausdrückt. Es hat ihn berühmt gemacht und gilt in den USA als ein Symbol für den Frieden. Am 14. August lassen sich jedes Jahr Paare in genau dieser Pose fotografieren.

Bildquelle: flavim.com

Text: Astrid Pruß

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