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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2010

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Schreiender Junge

Blick von oben auf einen Jungen, der mit weit geöffnetem Mund aus seinen großen blauen Augen schräg nach oben guckt. Das Bild ist unterhalb seines schmalen Oberkörpers abgeschnitten.

Die Arme des Jungen sind angewinkelt, fast als ob er rennen würde, der Oberkörper ist nackt. Seine linke Hand ist geöffnet, die rechte leicht verkrampft.

Im Hintergrund unscharf und verschwommen eine dunkelgrüne Wiese, auf der ein Ball mit leuchtend orangefarbenen Streifen liegt. Dahinter eine hohe erdbraune Wand, an der eine dunkelgraue Leiter lehnt. Aus all dem leuchtet im Vordergrund der helle Körper des Jungen hervor, eine Haltung wie im Sprung, der Mund geöffnet zum Schrei

Copyright: Bruce Hall, 2010, Originalmaße 60 x 40cm

 

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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2011

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Junge mit Wasserblasen

Eine Unterwasseraufnahme des Kopfes und der nach oben gestreckten Arme eines Jungen. Seine Augen sind geschlossen. Aus seinem Mund steigen große Luftblasen, die teilweise sein Gesicht verdecken. Zahlreiche kleine Bläschen, die wie Perlen aussehen, umrahmen sein Gesicht. Der Junge atmet aus, sein Gesicht wirkt entspannt, sein Mund lächelt.

Copyright: Bruce Hall, 2011 Originalmaße: 60 x 80cm

 

 

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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2008

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Kind zwischen glänzenden Wassertropfen

 

 

Ein strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint. Zahlreiche Wassertropfen schweben in der Luft und werden von den Sonnenstrahlen in funkelnde, runde Kreise verwandelt, die das Bild mit Glanz erfüllen. Am unteren Bildrand ragen rechts und links Zweige in das Bild, dazwischen sind in der Mitte Stirn, Haare und die ausgestreckten Arme eines Kindes erkennbar. Die Arme sind nach oben gereckt, die Handflächen zum Himmel geöffnet, den glänzenden Wassertropfen entgegen.

copyright: Bruce Hall, 2008 Originalmaße 45 x 60cm

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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2008

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Springender Junge im Planschbecken

Ein Blick aus dem Wasser. Das wogende und spritzende Wasser des Planschbeckens und der Himmel verschmelzen zu einer großen blauen Fläche, die in der oberen linken Ecke durch die Fassade eines Hauses begrenzt wird. Die Mitte des Bildes wird von einem Jungen eingenommen, der, nur mit einer Windel bekleidet, hochspringt. Die Fotografie hält die Bewegung an, als ob der Junge schwebte. Er streckt Arme und Beine vom Körper ab. Sein Körper erscheint verwischt, wie in wilder Bewegung. Nur seine rechte Hand ist scharf, der Kamera entgegengestreckt, die schmalen Finger gespreizt.

Copyright: Bruce Hall, 2008 Originalmaße: 45 x 60cm

 

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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2013

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Auf dem Boden eines Weimming Pools sitzender Junge

Ein etwa zwölfjähriger Junge sitzt auf dem Grund eines Blau­türkisen Swimmingpools. Er trägt bunte Batikhosen und einen langärmeligen grünen Nicki-Pullover. Der Swimmingpool ist bis über seinen Kopf mit Wasser gefüllt. Die Kamera blickt aus der Tiefe hinauf zur Wasseroberfläche, in der sich Haar und Antlitz des Jungen spiegeln. Vor seinem Körper und Gesicht steigen Luftbläschen auf. Die Augen des Jungen sind geschlossen, sein Gesicht wirkt entspannt, er lächelt versonnen.

copyright: Bruce Hall, 2013 Originalmaße: 100 x 150cm

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„Shot in the Dark“ „Untitled“, 2009 von Bruce Hall

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Zwei Jungen unter Wasser

Beschreibung 1:

Die obere Hälfte des vertikal angeordneten Bildes ist blau. Von einem stark gesättigten Tiefblau nach und nach verlaufend in ein helleres, weniger gesättigtes Blau in der Mitte des Bildes. In der unteren Bildhälfte herrschen wärmere Farbtöne vor. Überwiegend hautfarbene Nuancen, aber auch gelbe verwischte Flächen und vereinzelte rote Akzente. Vertikal ziehen sich unregelmäßig geformte und immer wieder durchbrochene weiße schmale Flächen durchs Bild, die hellsten Bildanteile in der Komposition. Sie teilen das Bild vertikal in ein kleineres rechtes Bilddrittel und eine größere linke Bildseite. Sie teilen auch, wie eine Spiegelachse, zwei Kindergesichter, die nebeneinander im unteren Bilddrittel zu sehen sind. Im Gesicht in der linken Bildhälfte ist deutlich ein Auge auszumachen, das die Betrachter*in anzublicken scheint. Am linken Bildrand, nahperspektivisch, drei gespreizte Finger und ein Daumen einer übergroß wirkenden rechten Hand. Die Finger sowie Teile der Gesichter verfließen in ihrer Form, weil das Bild durch Wasser hindurch aufgenommen ist.

Beschreibung 2:

Eine farbige Unterwasserfotografie im Hochformat. Der obere Teil des Bildes ist bestimmt vom Ultramarin des sich in der Wasseroberfläche spiegelnden Himmels. Ein Wellenberg zieht sich vertikal durch die ganze rechte Bildhälfte. Das Blau des Wassers wird zur Mitte des

Bildes hin heller. Am oberen rechten Bildrand ist eine große stehende Luftblase zu sehen. Kleine Luftbläschen schweben links und rechts vom Wellenberg.

Im unteren Drittel der Fotografie starrt das weit aufgerissene braune linke Auge eines Jungen direkt in die Kamera. Der Rest des Gesichtes ist verwischt. Das linke Ohr ist auch zu erkennen und genauso wie der Rest des Gesichtes mit schwarzem Haaransatz durch das bewegte Wasser konturlos. Die rechte Gesichtshälfte ist vollkommen verschwommen und das rechte Auge scheint geschlossen zu sein. Insgesamt macht die rechte Gesichtshälfte einen entspannten Eindruck.

Vom Gesicht selbst tritt nur die Augenpartie mit Nasen- und Haaransatz deutlich hervor, die mittig über dem unteren Bildrand schwebt. Zum unteren Bildrand hin verschwimmen Hals und Schultern des Jungen zu einer hautfarbenen Fläche. Zum rechten Bildrand hin wird diese amorphe hautfarbene Fläche vom Weiß der Luftblasen und gelblich orangenen Farbblasen durchbrochen. Links am Bildrand ragen vier übergroße Fingerkuppen der rechten Hand des Jungen. Sie nehmen über die Hälfte des linken Bildrandes ein.

Beschreibung 3:

Unter Wasser. Mit einem aufgerissenen Auge reißt sich ein Junge aus seinem verschwommenen Gesicht heraus. Seine tief ins Bild tauchende Hand scheint nach dem Blick eines Außen zu greifen. Die Bewegung der Hand löst eine Welle aus, die ihm die andere Gesichtshälfte ins

Verschwommene zieht und ihn das andere Auge schließen lässt. In der unteren Hälfte des Bildes spielen bunte Farbreflexe der Sonne mit dem Wasser, ein Haufen zitterndes Blattgold.

Copyright: Bruce Hall, 2009, Originalmaße: 90 X 67 cm

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„Shot in the Dark“ – Ein Film mit blinden Fotografen

Pünktlich zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Darkhaben wir mit Regisseur Frank Amann darüber gesprochen, wie aus einer spontanen Begegnung mit blinden und sehbehinderten Fotografen und der Faszination mit ihren Werken ein Film über die Werke dreier starker Persönlichkeiten entstand. Aus diesem Gespräch und selbst recherchierten Informationen entstand folgendes, fiktives Interview.

Der Film prämiert am 19. 1. in Berlin und am 21. 1. in Hamburg. Zwischen 13. und 24. Januar finden weitere Veranstaltungen und Workshops rund um den Film und die Protagonisten statt.  Untertitel und Audiodeskription sind über die App Greta & Starks verfügbar.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Dokumentarfilm über blinde Fotografen zu drehen?

„Shot in the Dark“ ist meine erste Regiearbeit. ich bin eigentlich Kameramann. Vor ungefähr 6 Jahren habe ich in Spanien an einem Coming of Age Spielfilm über ein überbehütetes, blindes Mädchen gearbeitet. Der Film begleitete die Protagonistin auf der Suche nach ihrem Platz in einer von visuellen Eindrücken geprägten Teenagerwelt. Um ihre Sichtweise besser in Filmbildern darstellen zu können, habe ich mich gefragt, wie dieses Mädchen ihre Umwelt erlebt.

Ich recherchierte ein bisschen und stieß auf den blinden Fotografen Evgen Bavcar, dessen Bilder allerdings eher einer surrealistischen und symbolistischen Tradition verbunden sind und für unsere Filmrecherche deshalb nur bedingt geeignet waren. Dann stieß ich auf den Fotokatalog der Wanderausstellung „Sight Unseen“, die ich später auch live besuchte. Einige dieser Bilder blieben mir im Gedächtnis und als ich für ein ganz anderes Projekt in den USA war, beschloss ich spontan zwei der in „Sight Unseen“ vertretenen Fotografen Bruce Hall und Pete Eckert anzurufen, ob sie sich mit mir treffen würden. Damals hatte ich noch keine konkrete Filmidee. Ich war neugierig und wollte die Fotografen hinter den Bildern kennen lernen. Aus einer kurzen Unterhaltung wurden mehrere Stunden und wir entdeckten, dass wir viele Ansichten über Kunst und Fotografie teilten. Von der Idee zum fertigen Film über Pete Eckert, Bruce Hall und Sonia Soberats war es allerdings ein langer Weg.

Was war dir bei der Verfilmung deiner Idee wichtig?

Ich wollte keinen Film über sondern mit blinden Fotografen machen. Ich habe den HBO Kurzfilm „Dark Light The Art of Blind Photographers“ gesehen, in dem Bruce und Pete auch vorkommen, aber der hat versucht analytisch und didaktisch zu erklären wie blinde Fotografen arbeiten. Sehende Experten wurden gefragt, wie das funktioniert und das Ganze wirkte wie Forscher, die einen Ameisenhaufen inspizieren.

Mein Film ist eher visuell und beobachtend und begleitet die Protagonisten bei der Arbeit und lässt sie selbst und ihre Familien und Freunde zu Wort kommen. Der Zuschauer soll sich selbst anhand des Gesehenen und Gehörten eine Meinung bilden ohne zu sehr von Erklärungen und Kommentaren meinerseits gelenkt zu werden.

Bruce Hall

Bruce zum Beispiel fotografiert hauptsächlich unter Wasser und seine beiden autistischen Zwillingssöhne, über die er gemeinsam mit seiner Frau das Buch „Immersed: Our Experience with Autism“ veröffentlicht hat. Da er die Gesichtsausdrücke seiner Söhne schwer sehen kann, begegnet er ihnen in vergrößerten Bildern auf eine neue Art. Die hauptsächlich nonverbale Kommunikation mit seinen Kindern ist wichtig, aber nicht Mittelpunkt des Filmabschnitts über Bruce. Was er sieht, setzt er sich seit frühster Kindheit mit Vergrößerungsgeräten und heutzutage mit Bildschirmen zusammen. Bruce sagt von sich selbst, er sieht zweimal: zuerst einen Eindruck oder Umriss beim Aufnehmen und später auf dem fertigen Bild mehr Einzelheiten.

Außerdem wollte ich, dass die Protagonisten den fertigen Film auch genießen können. Daher die Audiodeskription über Greta. Ich habe auch viel mit Klangeffekten und Tonschichten gearbeitet. In Kinovorführungen wird sich der Sound räumlich auf verschiedene Boxen verteilen. Da sich die Töne im Raum bewegen, entsteht ein räumlicher Klangeffekt.

Was hat dich an den Arbeiten dieser blinden Fotografen fasziniert und was unterscheidet sie von den Werken sehender Fotografen?

Heutzutage sind wir einer tagtäglichen Bilderflut ausgesetzt. Damit ein Bild unsere Aufmerksamkeit für mehr als ein paar Sekunden hält und uns anschließend im Gedächtnis bleibt, muss es etwas Besonderes zeigen oder eine ungewöhnliche Perspektive oder Technik haben. Vielleicht haben blinde Fotografen in dieser Hinsicht sogar einen Vorteil, da ihnen oft der Vergleich zu anderen Bildern fehlt. Wenn man gar nichts oder wenig sieht, verliert man sich weniger im Detail, wodurch Hell –Dunkelkontraste und abstrakte Formen besser zur Geltung kommen. Ich selbst kneife auch manchmal die Augen zusammen um das große Ganze besser zu sehen. Das bedeutet aber nicht, dass die Bilder von Blinden alle ähnlich sind, im Gegenteil Motive und Techniken sind so unterschiedlich wie ihre Fotografen und deren Sehreste und Interessen.

Arbeiten blinde Fotografen anders als Sehende?

Jeder Künstler, ob sehend oder nicht hat, seine eigene Arbeitsweise. Die meisten blinden Fotografen arbeiten konzeptionell. Während sehende oft zufällig etwas Interessantes sehen und es fotografieren, entwickeln blinde die Bildkomposition zuerst vor ihrem inneren Auge und versuchen sie dann umzusetzen.

Pete Eckert

Vor seiner allmählichen Erblindung durch eine Erbkrankheit war Pete Schreiner und Kunststudent, zuletzt studierte er Architektur, und im Prozess seiner Erblindung Wirtschaft. Er kam erst später von Skulpturen über Holzschnitte zur Fotografie. Er arbeitet auch heute noch mit einer analogen Mittelformatkamera, da diese ihm mehr Unabhängigkeit ermöglicht. Die Mechanik dieser alten Kameras ist ertastbar und Markierungspunkte am Objektiv und ein Lichtmesser ohne Glasverkleidung ermöglichen das selbstständige Einstellen. Abgesehen von der Auswahl für großformatige Abzüge verzichtet Pete auf sehende Hilfe, da für ihn nur ein selbstständig entworfenes und fotografiertes Bild ein authentisches Bild aus der Welt eines Blinden ist. Trotzdem ist ihm das Feedback der Betrachter wichtig, da kein Künstler auf Dauer ohne positive Rückmeldung motiviert bleibt.

Sonia Soberats

Als junge Einwanderermutter verlor Sonia kurz nacheinander ihre beiden Kinder und ihr Augenlicht. Obwohl sie früher nicht fotografierte, fand sie später neue Lebenserfüllung im Light Painting, einer Fotografietechnik bei der in völliger Dunkelheit nur das Bildmotiv mit verschiedenen Lichtquellen angestrahlt wird, wodurch es im fertigen Bild nahezu geisterhaft zur Geltung kommt. Sonia gewinnt ihre Ideen aus Erlebnissen, Gerüchen und fühlbaren Texturen. Ihre Modelle sind oft Familienmitglieder und Freunde mit denen sie sich während des Fotoshootings unterhält. Bei Umsetzung und Auswahl hilft ihr ein sehender Assistent. Die Belichtungsdauer beträgt mehrere Minuten. Die Ideen sind ihre, für sie ist die Assistenz nur technische Hilfe.

Light Painting Workshops für Blinde und Sehende

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe rund um den Film finden in Berlin Künstler Gespräche und am 14. und 15. Januar ein Light Painting workshop für blinde und sehende Teilnehmer statt. Geleitet wird der Workshop von Sonia Soberats und Mila Teshaieva, einer sehenden Fotografin, die ähnliche Techniken benutzt.

Kontakt: kontakt@shotinthedark-film.com

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