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Workshops zur Geschichte der Fotografie: 1 Was ist ein gutes Bild?

In unserer Workshop Serie über Fotogeschichte und Ästhetik laden wir Fotografierende und Kunsthistoriker_Innen ein uns anhand von Beispielen zu erzählen was für sie ein „gutes“ Foto ausmacht

Letzten Samstag hatten wir Petra Schröck von der Brotfabrik Galerie in Berlin zu gast und im Gespräch mit ihr, Studierenden der Alice Salomon Hochschule und unseren blinden Fotografierenden tauschten wir uns über von Petra ausgewählte berühmte Fotografien und Methoden der Bildbeschreibung für blinde und sehbehinderte Kunstinteressenten aus.

Was macht ein gutes Bild aus?

Subjektive Entscheidung

Ob ein Bild „gut“ ist hängt hauptsächlich vom subjektiven Empfinden des einzelnen Betrachtenden ab. Experten und Laien gleichermaßen sagen, sie erkennen ein „gutes“ Bild, wenn sie es sehen. Das mag arrogant klingen, aber es handelt sich letztendlich um eine individuelle Ansicht.

Trotzdem gibt es weltberühmte Werke, die viele Menschen zumindest flüchtig kennen. Ein „gutes“ Bild hat Wiedererkennungswert und löst im Betrachtenden Gefühle oder Erinnerungen aus. Es ist nicht unbedingt ästhetisch „schön“; man denke zum Beispiel an ikonische Bilder von Konzentrationslagern, Katastrophengebieten oder Kriegsopfern in denen weder die Landschaften noch die Menschen dem allgemeingültigen Schönheitsideal entsprechen. Diese Bilder können in Menschen Schock, Ärger und Trauer auslösen.

Widererkennungswert

Angesichts der gegenwärtigen Bilderflut im Allgemeinen sind aber weder Schockierende noch ästhetisch ansprechende visuelle Eindrücke genug, um dauerhaft im Gedächtnis des Betrachtenden zu bleiben. Als Bilder noch gemalt wurden und vor dem Zeitalter der Digitalen Fotografie, war ein Bild schon aufgrund seiner Seltenheit und der aufwändigeren Herstellung bemerkenswert.  Im Zeitalter von Flicker und Instagram scrollen wir gedankenverloren durch Bilder und bleiben selten länger als den Bruchteil einer Sekunde bei einem Motiv.

Assoziation mit Erinnerungen oder Gefühlen

Sonnenuntergänge sind ein typisches Beispiel für etwas ästhetisch Erhabenes, das in den meisten Fällen den Betrachtenden trotzdem wenig berührt. Letztendlich gleicht ein Sonnenuntergang ob fotografiert oder gemalt dem anderen. Natürlich ist ein blutroter, lila oder orangefarbener Himmel oberflächlich „schön“, aber abgesehen vom Fotogrefierenden der oder die besondere Erinnerungen an den Ort oder die Zeit der Entstehung des Fotos hat, ist er beliebig austauschbar. Naturschauspiel wie Sonnenuntergänge sind schwer abbildbar weil sie nicht nur auf Visuellen Eindrücken beruhen. Luft, Stimmung und Geräusche können sich verändern. Ein Bild das diese anderen Sinneswahrnehmungen darstellt wäre interessant. Hier liegen potentiell die Stärken von blinden und sehbehinderten Fotografierenden, die für andere Wahrnehmungen als offensichtliche visuelle Ersteindrücke besser sensibilisiert sind. 

Das heißt nicht, dass man keine Sonnenuntergänge fotografieren sollte, immerhin wurden sie zum Klischee, weil sie zu den am häufigsten fotografierten Motiven gehören, aber ein wirklich „gutes“ Foto löst auch Empfindungen in anderen Personen aus. Es zeigt einen Moment an einem Ort wie er wirklich gewesen ist oder von der Künstlerin empfunden wurde. Richtig präsentiert zum Beispiel im Großformat in einem ansonsten leeren Raum kann ein Sonnenuntergang sehr wirkungsvoll sein.

Kunstwerk, Fotografierender und Betrachtender

Ein Foto zeigt nicht nur das abgebildete Motiv sondern verrät auch direkt oder indirekt etwas über den Künstler. In erster Linie muss dem oder der Fotografierenden selbst das Bild gefallen und wenn er oder sie dann noch mehr Menschen findet, denen es gefällt, dann ist es ein Erfolg. Manche Künstler wollen mit ihren Bildern den Betrachtenden ihre eigenen Emotionen und Erinnerungen vermitteln, andere wollen „Realität“ und „Wirklichkeit“ abbilden oder die Betrachtenden verwirren oder zum Nachdenken anregen.

Letztendlich ist jedoch die Absicht der Künstlerin für Betrachtende oft wenig relevant. Das Kunstwerk entwickelt ein „Eigenleben“ unabhängig von Person und Intention des “Schaffenden“. Biografische und zeitgeschichtliche Zusatzinformationen eröffnen oft Zugänge zu weiteren Interpretationsmöglichkeiten, aber sie sind für den Widererkennungswert und das Gefallen oder Nicht-Gefallen eines Werkes ehr wenig entscheidend. Das gleiche Bild kann verschiedene, manchmal sogar gegensätzliche Reaktionen in Betrachtenden auslösen.

Wie werden Kunstwerke berühmt?

Objektivere Kriterien

Trotz all dieser subjektiven Auswahlkriterien git es auch objektivere Merkmale, die ein „gutes“ oder zumindest berühmtes Werk ausmachen. Experten beurteilen Komposition und Linienführung, Licht, Farben, Atmosphäre und technische Umsetzung. Für Petra persönlich ist die technisch perfekte Umsetzung eher weniger vorrangig. Man braucht keine teure Ausrüstung um gute Bilder zu machen. Wichtig ist ein Auge oder Gefühl für den Moment zu haben und ihn festzuhalten.

Technisch perfekt vs. Schnappschuss

Technisch perfekte Bilder können kalt und leer wirken, während zufällige Schnappschüsse einzigartige Gesten und Momente festhalten können. Details, die unbeabsichtigt ins Bild geraten sind, können ein Foto gerade besonders machen. Kein Moment ist perfekt und daher muss die Abbildung auch nicht perfekt sein. Die Freude zufällig einen Vogel im Flug auf einem Bild festzuhalten kann einen Schnappschuss einzigartig machen. Einige Fotografierende warten lange auf den richtigen Moment, während andere schaffen gezielt eine Umgebung in der sie dann ein Bild suchen.

Besonders in der Kunstfotografie ist das faszinierende nicht das vom Fotografierenden beabsichtigte Thema des Bildes, sondern Details die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind. Auf der anderen Seite können Bilder in denen zu viel passiert, die Wahrnehmung zu sehr überfluten.  Es kann nicht schaden, die allgemeinen Regeln des „ästhetischen“ Fotografierens zu kennen, aber man muss sie nicht immer befolgen.

Zufall und Kanonisierung in der Kunstszene

Das ein Bild ikonische Berühmtheit erlangt ist oft schlicht und einfach Zufall. Ein anerkannter Kunstkritiker entdeckt eine Künstlerin und vermarktet und fördert sie entsprechend. Ein Foto geht in den Medien um die Welt, weil es in einem historischen Moment an einem relevanten Ort geschossen wurde und die Stimmung der Menschen widerspiegelt. Oder eine Style wird als neu und innovativ angesehen. Bilder die schon berühmt sind werden von mehr Menschen gesehen und als Norm des „Berühmt-Seins“ akzeptiert. Menschen hinterfragen unter Umständen gar nicht so genau, ob sie das Bild „gut“ findet. Die „Fachleute“ haben es ausgewählt und ab sofort gehört es zur Allgemeinbildung. Die Berühmtheit wird durch die Medien und Kunstgeschichtsschreibenden weiter gefestigt.

Wie mache ich ein „gutes“ Foto?

Da es keine eindeutige Definition eines „guten“ Fotos gibt, kann es auch keine Schritt für Schritt Anleitung geben wie man es macht. Einige „Klassiker“ der Fotografie zu kennen ist gut für die Allgemeinbildung und kann auch bei der persönlichen Weiterentwicklung als Fotografierender helfen. Schlichtes Nachstellen ist natürlich nicht besonders originell aber man kann sich an Beispielen orientieren, mit ihnen arbeiten und sie verändern.

Hier eine kurze Zusammenfassung von Merkmalen, die ein „gelungenes“ Foto ausmachen können. Berühmte Bilder erfüllen oft mehrere dieser Kriterien. Die List ist aber keinesfalls vollständig.

  • Es gefällt dem Fotografierenden.
  • Es berührt andere Menschen emotional und bleibt in ihrer Erinnerung.
  • Es stellt einen historischen Ort, ein wichtiges Ereignis oder eine Stimmung dar.
  • Es wird von der Öffentlichkeit als ästhetisch ansprechend und originell empfunden.
  • Es vermittelt mehr als nur eine rein visuelles Abbild.
  • Es ist ein Schnappschuss einer interessanten Zufallsszene.
  • Es gefällt Kritikern und Kunsthistorikern und wird dementsprechend vermarktet.
  • Es gibt eine Hintergrundgeschichte zum Foto selbst, dem motiv oder über den Künstler.
  • Technik und Stil sind innovativ oder kontrovers.
  • Technische Umsetzung, Komposition, Linien –und Farbführung, Licht und Atmosphäre sind wirkungsvoll.
  • Es wird wirkungsvoll inszeniert zum Beispiel in einer Ausstellung.

Im zweiten Teil zum Seminar wird es mehr um die Live-Bildbeschriebung der von Petra mitgebrachten „Meisterwerke“ gehen.

 

 

 

 

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Abschied vom Tempelhofer Feld an einem sonnigen Tag von Silja

Zwei Frauen in einer Menschenmenge vor der Bahnhofstreppe

Beschreibung von Sarah

Dieses Foto im Querformat wurde in der Bahnhofshalle des S-Bahnhofs Berlin Tempelhof aufgenommen. Im Vordergrund des Bildes stehen mittig Meike und Stephie ca. 2 Meter vor den Treppen, die hoch zum Gleis führen. Meike steht auf der linken Seite. Sie ist dabei der Treppe zugewandt, dreht sich aber mit Oberkörper und Kopf in Richtung Kamera. Der Bildausschnitt endet etwas unterhalb der Knie der beiden Hauptpersonen. Meike trägt eine kurze Jeansshorts und eine blaue Bluse mit Dreiviertelärmeln, die an der Hüfte und den Ärmeln gerafft ist. Darunter ist sie mit einem dunkelblauen Top bekleidet, das unter der Bluse hervorkommt. Außerdem hat sie einen brauen Rucksack auf.

Meike hebt zum Abschied ihren rechten Arm und winkt damit in Richtung Kamera. Den Arm hat sie dabei nur leicht angewinkelt. Ihr Kopf ist zum Teil von diesem Arm verdeckt, das Gesicht ist jedoch vollständig sichtbar. Meike lächelt. Dabei sind ihre Mundwinkel jedoch etwas heruntergezogen und ihr Mund ist vollständig geschlossen. Das Lächeln findet sich auch in ihren Augen wieder. Die Haare sind partiell durch den Arm verdeckt. Es ist jedoch erkennbar, dass Meike kinnlange braunrötliche Haare trägt. Vom linken Arm ist nur die Hand sichtbar. Auf der rechten Seite steht Stephie. Auch sie wendet sich der Treppe zu und schaut zur Kamera zurück. Stephies und Meikes Oberkörper sind dabei zueinander gedreht.

Stephie trägt eine weißgrundige knielange Hose, die durch schwarze Steifen gitterartig gemustert ist. Dazu ist sie mit einem weißen T-Shirt bekleidet. Sie hat schulterlange schwarze Haare. Den Pony hat sie mit einer Spange oben auf dem Kopf befestigt, so dass auch ihre Stirn sichtbar ist. Sie trägt eine Brille mit roten Bügeln und rotem Rand oberhalb des Glases. Unterhalb des Glases ist die Brille randlos. Auch Steffi lächelt mit geschlossenem Mund. Ihre Mundwinkel sind dabei leicht hochgezogen. Sie hat ihren linken Arm gehoben und winkt mit angewinkeltem Arm. Der rechte Arm ist vom Körper verdeckt.

Direkt hinter Meike und Stephie laufen eine Frau und ein Kind mit einem Kinderwagen her. Links neben Maike gehen eine Frau und ein Mann, die beide Tüten tragen. Rechts neben Stephie sind Bierkisten gestapelt. Die oberen Kisten sind mit einer durchsichtigen Plastikfolie bedeckt. Durch den Bildausschnitt sind jedoch nicht alle Kisten sichtbar.

Hinter den Beiden laufen einige Fahrgäste die Treppe zum Gleis herauf und eine größere Anzahl läuft die Treppen hinunter. Es scheint kurz vorher eine Bahn in den Bahnhof eingefahren zu sein. Der Boden einschließlich der Treppenstufen sind dunkelgrau und die Wände gelb gefliest. An den Wänden sind auf beiden Seiten graue Handläufe und blaue Schilder, die die verschiedenen S-Bahnlinien, die von diesem Gleis abfahren, ausweisen. Auf der linken Seite hängt ein gerahmtes Poster, das auf eine Veranstaltung hinweist. Auf der rechten Seite sind Schilder (Rauchverbot und Kameraüberwachung) angebracht. Außerdem ist ein Stück von einem roten Kasten, der in die Wand eingelassen ist, sichtbar. Am Ende der Treppe befinden sich das graue Metalldach des Gleises und ein weiteres blaues Schild. Das letzte Drittel der Treppe ist durch einfallendes Sonnenlicht viel heller

 

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Sprung in die Freiheit von Silja

zwei Frauen auf den Bahngleisen

Beschreibung von Sarah

Dieses Foto im Hochformat wurde auf den stillgelegten Bahnschienen auf dem Tempelhofer Feld aufgenommen. An der linken Bildkante beginnt eine der beiden Bahnschienen, die zweite mittig von der unteren Kante aus. Die Schienen laufen nach hinten optisch zusammen. Dadurch bekommt das Bild Tiefe. Auch die Bahnschwellen sind sichtbar. Diese wirken morsch, da aus einer Schwelle schon etwas Holz herausgebrochen ist. Unter den Schienen und Schwellen liegen graue Steine.

Auf den Bahnschienen befinden sich in der oberen Bildhälfte Sarah und Stephie. Auf der linken Seite landet Sarah nach einem Sprung gerade mit den Zehenspitzen auf dem Boden. Sie trägt braune Mokassins mit einer weißen Schleife. Außerdem ist sie mit einer blauen Jeans bekleidet, die etwas aufgekrempelt ist, so dass man den unteren Teil des Schienbeins sehen kann. Dazu kombiniert ist ein hellgrundiges Top, das eine blaue, lilane und rote Musterung besitzt und aus leichtem Stoff genäht ist. Das Muster ähnelt am ehesten einem Pfauenmuster. Durch den Sprung ist das leichte Top etwa bis zum Bauchnabel hochgeflogen. Darunter kommt ein blaues Top zum Vorschein. Desweiteren ist die silberne Gürtelschnalle eines schmalen brauen Gürtels sichtbar. Sarahs Beine sind bei der Landung etwa schulterbreit auseinander und schon wieder gerade gestreckt. Den rechten Arm hat sie angewinkelt in die Luft erhoben. An diesem Arm befindet sich ein braunes Uhrenarmband. Der linke Arm ist von Stephies Körper verdeckt. Ihre schulterlangen braunen Haare liegen auf der rechten Kopfseite größtenteils an, auf der linken Seite fliegen sie leicht in die Luft. Dadurch sieht man das linke Ohr. Sie hält den Kopf leicht nach rechts gebeugt und lächelt, wodurch man Zähne des Oberkiefers sehen kann. Durch die Bewegung ist Sarah auf der Fotografie unscharf.

Neben Sarah steht auf der rechten Seite Stephie. An den Füßen trägt sie schwarze Zehentrennersandalen, die eine braune Sohle haben. Die Füße stehen nach dem Sprung wieder vollständig auf dem Boden und sind schulterbreit auseinander. Außerdem ist sie mit einer weißgrundigen knielangen Hose bekleidet, die durch feine schwarze Steifen gitterartig gemustert ist. Dazu hat sie ein weißes T-Shirt an. Um den Hals trägt sie eine kurze silberne Kette. Steffi hat dunkles schulterlanges Haar, das auf der linken Seite noch etwas in Bewegung ist. Den Pony hat sie auf dem Scheitel befestigt. Stephie lacht, wodurch sie ihre Zähne zeigt. Auf diesem Bild trägt sie keine Brille und ihre Augen sind, vermutlich wegen des Sonnenlichtes, etwas zusammengekniffen. Ihre Arme hängen gerade am Körper herunter. Den Oberkörper hat sie etwas nach rechts gebeugt.

Unmittelbar neben Sarah ist ein grüner Busch mit weißen Doldenblüten gepflanzt. Neben Stephie ist ein grüner Busch mit länglichen Blättern zu erkennen. Hinter diesem Busch befindet sich ebenfalls ein Strauch mit den gleichen weißen Doldenblüten. Hinter den beiden Protagonistinnen sind weitere strauchartige Gewächse zu erblicken. Diese wachsen auch auf den Gleisen. Oben rechts ist der blaue wolkenlose Sommerhimmel ausschnittweise abgebildet. Dabei ist er von Zweigen durchbrochen

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11 Gesichter einer Frau von Susanne

Die Fotografin:

Portrait-Fotografie‘ hieß das Thema in diesem Semester. Allein der Gedanke verursachte mir Kopfschmerzen. Bisher waren meine Motive berechenbarer für mich. Ich konnte sie mir besser vorstellen und empfinden. Wie sollte ich einen Menschen empfinden, wenn ich ihn nicht sah. Ich verband ihn mit Dingen, die ich kannte. Ließ unser Model z.B. Seifenblasen machen und auf einem Spielplatz schaukeln. Das gab mir ein gewisses Gefühl der Sicherheit. Ich konnte die Situation nachspüren – denn auf dem Display der Kamera sah ich nur schemenhaft.

Aber ich wollte auch klassische Portraits machen und so zogen wir nach Innen um. Es wurden für mich optimale Bedingungen geschaffen, das bedeutete Licht von hinter mir und auf das Gesicht unseres Models gerichtet. Ein geringer Abstand zwischen uns, rundete das Ganze ab. Die Überraschung folgte, als ich die Kamera einschaltete und auf das Display schaute. Klar und deutlich sah ich dort Zehras dunkle Augen, ihre schön geformten ebenfalls dunklen Augenbrauen und ihr lockiges schwarzes Haar, das ihr Gesicht umrahmte.

Diese starken Kontraste machten es möglich ihre Mimik viel besser einzuschätzen. Es fehlte mir nur die Mundpartie, die konnte ich wie sonst nur schemenhaft erahnen.

Das gab mir nun Möglichkeiten in die Hand, die ich bisher nicht hatte. Wir konnten beide direkt in Kontakt treten. Diesmal fühlte ich die Situation nicht nur, ich sah sie auch. So hielt ich verschiedene Emotionen, die Zehras Gesicht preisgab, in den Bildern fest.

Collage mit 11 Fotos einer Frau auf schwarzem Hintergrund angeordnet.

Bildbeschreibung:

Wir sehen eine Collage aus 11 Portraits einer jungen Frau – Zehra. Jedes Bild zeigt sie in einer neuen Momentaufnahme, die durch ihre Mimik eine jeweils andere Stimmung widerspiegelt. Trotzdem entstand die Fotoserie am Stück hintereinander.

Die Portraits sind vor schwarzem Hintergrund aufgenommen. Alle Fotos zeigen aber ganz zentral im Bild das Gesicht der jungen Frau in Großaufnahme. Es nimmt fast den gesamten Bildbereich ein – überwiegend vom Kopf, über den Hals, bis zum Ansatz der Schultern. Der Hintergrund spielt daher keine große Rolle, sondern untermalt nur das Gesicht, setzt es in Szene.

Von der Kleidung ist jeweils nur an den Schultern ein kleiner Teil zu erkennen. Ein enganliegendes Shirt, bei dem auf schwarzen Untergrund blühende rote Rosen gedruckt sind.

Zehra hat ein südländisches Aussehen. Ihre Haare sind sehr dunkel – fast schwarz, schulterlang und gelockt. Die junge Frau trägt ihre Haare offen, sodass sie ihr Gesicht umrahmen. Dieses ist oval geformt, mit einer hohen Stirnpartie. Zehras Augenbrauen sind markant – wie die Haare von dunkler Farbe und haben eine schmal geschwungene Form.

Es sind immer wieder ihre Augen, die im Bild den Blick des Betrachters als Erstes auf sich ziehen. Zehras Augen sind mandelförmig, mit einer auffallend dunklen Iris. Die Augenfarbe ist dunkelbraun, so dunkel, dass sich das Schwarz der Pupille kaum von der Augenfarbe abhebt. Zarte, aber lange Wimpern umranden die Augen, in denen Emotionen intensiv widergespiegelt werden.

Insgesamt ist das Gesicht zierlich, sodass sich die Wangenknochen abzeichnen. In der Nase trägt Zehra einen winzigen Schmuckstein, so klein, dass er auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Der Mund harmoniert mit dem restlichen Gesicht – die Lippen weder voll, noch besonders schmal geformt.

Die einzelnen Fotografien zeigen einen Regenbogen an Emotionen. Das Spektrum reicht von ernst-nachdenklich, und ängstlich-unsicher, schüchtern, über offen-freundlich, selbstbewusst und kokettierend, bis hin zu lachend-albern, den Schalk im Nacken.

Die Fotografin:

So endet für mich die Portraitreihe mit noch einem Höhepunkt, ich schaue in Zehras verschiedene Gesichter, bei guter Beleuchtung nun auch auf meinen Fotos und ich finde sie sind super gelungen. Deswegen an dieser Stelle: Dank an mein Team!

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Herzliches Lachen von Rose

Zwei Frauen

Das Bild ist im Hochformat aufgenommen. Es zeigt zwei junge Frauen im Zentrum des Bildes. Beide sitzen auf einem Tisch, der leicht gräulich ist. Während die links sitzende junge Frau ihr rechtes Knie anwinkelt und ihre Arme um dieses schlingt, sitzt die Andere, rechts von ihr und hat ihren rechten Arm auf ihren Oberschenkeln abgelegt. Den linken Arm hat sie mit einer Faust auf dem Tisch abgestützt.

Die junge Frau, die links im Bild zu sehen ist, ist von der Seite aufgenommen. Sie sitzt durch die Arme, die um die Knie umschlungen sind, zwar recht aufrecht, ist aber durch diese Sitzhaltung leicht nach hinten gebeugt. Sie trägt eine schwarze, eng anliegende Jeans und eine grün karierte Bluse mit Kragen, dieser fällt locker auf ihre Schultern. Die Karos auf ihrer Bluse sind teils hell und teils dunkelgrün. Ihr Gesicht ist durch die Bewegung, die sie im Moment der Aufnahme macht, verschwommen und lässt daher nur vermuten, wie sie aussieht. Sie lacht herzlich und ihre weißen Zähen kommen dabei zum Vorschein. Durch das Lächeln sind ihre Augen zusammen gekniffen und lediglich ein Stück weit geöffnet. Ihre blond braunen Haare sind zu einem Dutt nach oben gebunden, ihr Gesicht und ihre Stirn sind dadurch offen.

Sie sitzt mit dem Rücken zu der jungen Frau rechts im Bild. Diese sitzt nur halb seitlich und schaut zu der eben beschriebenen Frau. Sie schaut sie an und lächelt ebenfalls herzlich. Auch ihr Gesicht ist durch die Bewegung verschwommen und nicht ganz deutlich und klar abgebildet. Sie trägt schwarze Kleidung und eine Kette um den Hals. Sie trägt einen Ohrring, der nur ganz leicht und verschwommen sichtbar ist. Sie hat rotblondes Haar, welches offen bis zum Nacken zu sehen ist.

Im Hintergrund sind Fenster mit grauen Rahmen zu sehen, die Griffe der Fenster sind silbern und vor den Fenstern sind graue Jalousien, die kein Licht durchlässt. Auf der Höhe der Köpfe, der Beschriebenen ist eine vertikale schwarz-graue Stange sichtbar.

 

 

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Versteckspiel von Katrin

Zwei Personen stehen hintereinander

Beschreibung von Sibel

Auf dem von Katrin gemachten Foto sind zwei Menschen mit ausgestreckten Armen hintereinander in einer Grünanlage stehend zu sehen. Hinter ihnen gibt es Bäume mit gelben, hell grünen, manchmal braunen Blättern. Hinter den Bäumen ist der U-Bahnhof Hellersdorf zu sehen und hinter dem U-Bahnhof gibt es ein größeres Haus mit vielen Apartments. Es scheinen insgesamt 18 Apartments zu sein, zumindest gibt es 18 Balkone. Das Haus ist weiß oder vielleicht auch sehr hell gelb. Die Balkone sind hellgrau. Am linken Rand des Gebäudes scheint es eine rote Fassade zu geben, die aber nur von der Seite zu sehen ist.

Links neben dem Gebäude, aus Sicht unserer Fotografin, ist die Alice Salamon Hochschule zu sehen. Im Gegensatz zum anderen Gebäude sind die Fenster wesentlich größer und die Hochschule steht im Schatten. Dadurch wirkt sie grau und schwer. Unter dem blauen Himmel herrscht eine schöne, sonnige Herbststimmung.

Der Schatten der Fotografin ist direkt gegenüber der ersten Protagonistin, die mit schwarzen Leggings, schwarzen Socken, schwarzem Schal und einer dunkelgrauen Bluse bekleidet ist. Ihre Arme und Beine hat sie ausgestreckt. Die Ärmel der Bluse sind nicht sehr lang, etwa 10 cm der Unterarme bleiben unbedeckt. Sie trägt schwarze, halbhohe Schuhe der Marke Converse mit weißen Schnürriemen. Sie ist ziemlich groß (etwa 1,75), mit heller Haut, einem leichten rosa Teint im Gesicht und dunklen kurzen Haaren. Der Haarschnitt ist aus Sicht der Protagonistin rechts etwas länger als auf der linken Seite, sodass ihr rechtes Auge kaum zu sehen ist. Das linke Auge hingegen ist frei. Es scheint, dass sie ihre Augen wegen der strahlenden Sonne zusammengekniffen hat.

Hinter der ersten Protagonistin ist eine zweite, kleinere Person zu sehen. Sie hat ihre Arme nach unten ausgestreckt und trägt einen hellgrauen Pullover. Wir sehen ihren Kopf nicht, sondern nur die Arme und ihre gerade stehenden Beine mit dunkler Hose und dunkelbraunen Wanderschuhen.

Der Schatten der Fotografin ist nicht einfach zu sehen. Er besteht lediglich aus dem Kopf der Fotografin und befindet sich am rechten, unteren Bildrand. Links, neben diesem Schatten sieht man Teile von zwei offensichtlich übereinander gelegten, Jacken. Eine Jacke hat bunte Streifen, die andere ist Olivgrün.

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Im Schatten seiner Selbst von Katrin

Menschliche Schatten über einer Wiese

Beschreibung von Anja

Das Bild entstand an einem wunderschönen, sonnigen, wolkenlosen Tag Ende Oktober. Wir befinden uns am Rande des kleinen Parks, inmitten von unzähligen bunten Blättern. Der Blickwinkel der Fotografin geht quer durch den Park in Richtung einer ordentlich aussehenden Häuserfront. Bei den Gebäuden handelt es sich auf der linken Seite um die Alice-Salomon-Hochschule. Dieser Gebäudekomplex wird zum Teil von Bäumen verdeckt, die innerhalb des Parks stehen. Diese Bäume befinden sich in der oberen linken Ecke des Motives.

Ein Stückchen weiter rechts ist ein weißes, nicht besonders hohes Haus zu erkennen. Hierbei handelt es sich dem Anschein nach um ein Wohnhaus (5-Geschosser). Vor den Gebäuden kann man den Bahnsteig des U-Bhfs Hellersdorf erkennen, der sich über der Erde befindet. Dieser zieht sich horizontal wie eine lange Linie fast durch das gesamte Bild, wird jedoch im linken Bereich ebenfalls von der gleichen Baumgruppe verdeckt, wie auch die Häuserfront weiter hinten. Da das Motiv im Querformat fotografiert wurde und der Fokus mehr auf den Objekten und Gegebenheiten der Umgebung liegt, ist von dem gleichmäßig blauen Himmel nur sehr wenig am oberen Bildrand sichtbar.

Betrachtet man den Park, wirkt er menschenleer und friedlich. Man kann eine große grüne Wiese sehen, durch die ein schmaler, gepflasterter, grauer Weg seine Serpentinen zieht. Jedoch ist diese Wiese ebenfalls nur ein kleiner Bestandteil des Bildes im oberen rechten Drittel. Im Fokus befindet sich ein fast quadratisches Stück Boden, das über und über mit herabgefallenen, überwiegend in Brauntönen gefärbten Herbstblättern bedeckt ist. Mitten in diesem Blättermeer befindet sich ein einzelner Laubbaum mit dünnem Stamm, der einen guten Kontrast mit seinem noch grünen Blätterwerk bildet. Die Baumkrone ist nicht vollständig zu sehen, da sie im oberen Bildrand beschnitten ist.

Dieser Baum steht fast mittig im Bild. Jedoch ist das eigentliche Highlight das Schattenspiel, welches sich im horizontalen unteren Bilddrittel abspielt. Da die Fotografin bei dieser Momentaufnahme die Sonne im Rücken hat, zeichnen sich mitten in den Blättern auf dem Boden die langen Schatten von drei Personen ab. Es ist nicht erkennbar, ob es sich bei den Personen um männliche oder weibliche
handelt. Man könnte meinen, diese drei Schattenmenschen wollten direkt vom unteren Rand im Bild auftauchen.

Unsere eigentlich zu portraitierende Person steht, mit in die Hüften gestemmten Armen, neben einem Baum, von dem man ebenfalls ausschließlich den Schatten sieht. Dieser Schattenmensch ist länger als die beiden anderen, was darauf schließen lässt, dass diese Person entweder größer ist oder aber weiter vorn steht. Die beiden anderen Menschen befinden sich unmittelbar links von unserem Fotomodel. Die Schatten berühren sich nicht. Bei den beiden handelt es sich um die Fotografin und ihre Fotografie-Assistentin. Die beiden stehen sehr dicht beieinander, was dazu führt, dass ihre Schatten zu einem viereckigen Klops mit zwei Köpfen mutieren.

Für mich hat das Bild keinen direkten Mittelpunkt. Durch das Schattenspiel handelt es sich nicht um ein Portrait im eigentlichen Sinn, sondern bekommt einen sehr subtilen Touch. Die Schatten sind Teil der Umgebung und passen sich an.

Was geschah hinter den Kulissen?

Wir hatten lange Überlegt, welches Motiv wir wählen sollen. Letztlich kamen wir darauf, das tolle Licht zu nutzen und uns dem Licht-Schatten-Kontrast zu widmen. Ich glaube, Anfangs war es uns gar nicht so sehr bewusst, worauf wir eigentlich hinaus wollten. Aber ich finde diese Art eines indirekten Portraits spiegelt sehr gut unsere Gruppe wieder. Wir sind ein neu zusammengewürfeltes Team, das sich erst zusammenfinden muss. Niemand kann den anderen richtig zuordnen, was durch die gesichtslosen Schatten refklektiert wird, dennoch symbolisieren wir auch eine Einheit, indem wir recht dicht beieinander stehen inmitten der weitläufigen Umgebung.

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