Archiv des Autors: katinkah2014

Zwei Feuerwehrleute von Susanne

Zwei Feuerwehleute sitzen vor einer Toreinfahrt in der SonneAm Rande unseres Fotoseminars, genauer gesagt auf dem Weg zu dem interessant klingenden Ort, an dem wir eigentlich fotografieren wollten, wo dann aber gar nicht so interessante Bilder entstanden, hat Susanne diesen Schnappschuß gemacht:

Beschreibung von Katrin Heidorn:

Ein sehr helles Bild, viel Weiss, starke Kontraste. Etwas links von der Bildmitte ein großer weiss gemauerter Torbogen. Er nimmt fast das gesamte Hochformat ein. Daneben ein kleines Stück eines zweiten. Unten im Bild ein Stück helles Kopfsteinpflaster bis zur Bordsteinkante, die nicht mehr ganz zu sehen ist. Der zweite Torbogen ist mit einem hellgrauen Rolladen verschlossen. Der offene Torbogen gibt den Blick frei in das schattige Innere. Oben drei erleuchtete Leuchtstoffröhren. In der Mitte im Hintergrund ein gemauerter Pfeiler mit elektrischer Leitung und einem Telefonapparat. Links von dem Pfeiler drei schlanke schwarze Säulen, die zu zwei Dritteln bis über Kopfhöhe schräg schwarz-gelb gestreift sind. Links daneben hinter den Säulen ein rotes Kastenfahrzeug mit gelben Streifen und einem Rolladen an der Seite. Der Torbogen ist oben bis zu zwei Dritteln der Rundung mit einer weissen Mauer geschlossen. An dieser Mauer ist eine kleine Ampel mit rotem und grünem Licht angebracht. Zur Zeit leuchtet das grüne Licht. Mitten im offenen Torbogen sitzen zwei Männer auf dunkelblauen Einheits-Plastikstühlen.  Sie werden vom Tageslicht hell angestrahlt und tragen beide weisse T-Shirts, die das Licht reflektieren. Sie tragen auch die gleichen Hosen. Leuchtend Rot mit gelben Reflektorstreifen quer unter dem Knie, die sich seitlich an der Hosennaht nach oben fortsetzen. Beide tragen schwarze derbe Arbeitsschuhe. Der eine Halbschuhe, der andere Stiefel mit großen Reissverschlüssen, die leger offen stehen. Der Mann links hat kurze dunkle Haare. Er blickt nach links, hat die Hände im Schoss und die Beine lässig übereinander geschlagen. Der Mann rechts hat raspelkurze, graue oder blonde Haare und eine Halbglatze. Sein ovales Gesicht blickt nach vorn. Der Oberkörper ist leicht vornüber gebeugt. Er stützt die Ellenbogen auf die Oberschenkel und hält in der rechten Hand eine Zigarette. Beide sind zwischen dreissig und vierzig Jahre alt und schlank. Ihr Gesichtsausdruck ist entspannt abwartend. So würden sie wohl auch im Café dasitzen, wenn sie nicht gerade in der Pause beim Feuerwehrdienst wären. Das Bild wird bestimmt von dem hellen, freundlichen Tageslicht auf der Wand und dem Kontrast zu dem leicht grünlich schimmernden Licht in der Feuerwehrgarage. Dazu die perfekt plazierten Männer. Eine sehr harmonische Komposition.

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Das Tafelsilber im Schloß Charlottenburg von Lutz Niestrat

Dieses Bild ist bei unserem Fotoseminar für Blinde im Schloß Charlottenburg in Berlin entstanden:

Eine langgestreckte hell erleuchtete Vitrine mit Silbergeschirr in einem ansonsten abgedunkelten Raum

Beschreibung von Katrin Heidorn

Das erste, was das Auge wahrnimmt, ist Glanz. Ganz viel silbriger Glanz von allen Seiten, aber vor allem im Vordergrund. Ich bin fast geblendet. Dann Orientierung und Verwunderung: Das Foto im Hochformat scheint ein Schwarz-Weiss-Foto zu sein. Keine Farben, nur Silber, Grau und Weiss, ein bisschen Schwarz. Doch was sehen wir? Einen Tunnel aus Glas und Spiegeln, leicht aus der Senkrechten nach rechts gekippt. Viele gerade Linien, die in die Tiefe laufen. Sehr viele Spiegelungen. Eine Ausstellungsvitrine von der Schmalseite gesehen. Auf der Fläche , die direkt am unteren Rand beginnt, ein kompletter Satz silbernes Tafelgeschirr für zwölf Personen auf weissem Tuch. In der Mitte, symmetrisch angeordnet ungefähr zehn bis fünfzehn große Terrinen mit verzierten, runden Deckeln. Zwischen ihnen verschnörkelte Kerzenleuchter -natürlich Silber, aber ohne Kerzen. An beiden Seiten, in exaktem Abstand aufgereiht, flache silberne Teller. Neben jedem Teller noch ein einfacher silberner Kerzenleuchter ohne Kerze. Ein gedeckter Tisch.  Der aber wird von den kleinen, aber zahlreichen Leuchten über der Vitrine so hell angestrahlt, dass die starken Reflexe es fast unmöglich machen, Einzelheiten zu erkennen. Aber da kommt Hilfe: den ganzen Tisch gibt es noch einmal als Spiegelung an der Glasabdekung der Vitrine. So schwebt das ganze Service in zarten Grautönen mit schwächeren Reflexen über den Köpfen. Sogar mehrfach. Dazwischen wie Perlenketten die Reihen von Leuchten. Auf der rechten Seite noch einmal eine Spiegelung des Tisches an der Wand der Vitrine. Alle Linien laufen perspektivisch auf das graue Rechteck am Ende der Vitrine zu. Und da sind sie auch zu sehen, als Spiegelung. Wie in einem Bilderrahmen: Der Fotograf und sein Assistent. Der Fotograf konzentriert, leicht nach links gebückt, mit der Pocketkamera am Auge. Kurzes, schwarzes Haar und  grauer Pullover. Links daneben steht, mit dem Blick zu uns, sein Begleiter mit dunkler Jacke und schwarz-grauem Haar. Er hält den weissen Stock in der Hand. Als hätten sie gewusst, dass dieses Bild keine Farben verträgt, sind sie perfekt passend gekleidet. Hinter ihnen ein Stück graue Wand. Links und rechts in genau gleichem Abstand je ein Regal mit grauem Rahmen. In diesen Regalen gibt es mehr Geschirr. Links zwei Porzellanterrinen oben, zwei Teller unten. Rechts oben zwei Teller und unten bauchige Deckel von irgendwas. Auf der rechten Seite verwirren nämlich die Spiegelungen der Vitrine das Auge. So schiebt sich  von dort ein weiterer Besucher ins Bild. Der ist aber nur halb zu sehen und ausserdem überdeckt von der Spiegelung der Hand des Fotografen. Hinter ihm noch einmal die Figur des Begleiters und das erste Regal. Er ist quasi umzingelt. Die Hand wird genau auf seine Wange reflektiert. Es sieht aus, als würde er gestreichelt. Hinter den Regalen schließlich ahnt man die durch helle Rollos abgedekten Fenster des Schlosses. Zu sehen sind nur die Fensterkreuze, die das Liniengewirr perfekt machen. Ein vielschichtiges Bild fürwahr. Aber schwarz-weiss ist es nicht. Wer genau hinsieht, entdeckt den zarten Hautton der beiden Gesichter.

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Karsten von Susanne

Ein Mann mit Sonnenbrille steht mit verschränkten Armen in einem InnenhofNoch ein Bild, das am Rande unseres Fotoseminars für Blinde entstand…

Beschreibung von Katrin Heidorn

Ein Foto im Querformat, draussen an einem hellen Tag entstanden. Im Hintergrund ein Hinterhof wie er den Berlinern vertraut ist. Hellgelbe Wände, unten ein Sockel aus grauem Putz mit querlaufenden Fugen, der das Parterre bedeckt. Dort moderne Fenstertüren zum Hof. Erster und zweiter Stock mit Fensterreihen aus alten Fenstern mit Fensterkreuz. Links zwei große Treppenhausfenster, dazwischen eine große altmodische Uhr, die 16:55 Uhr zeigt. Im Vordergrund der Oberkörper eines Mannes mit verschränkten Armen. Die Arme sind gerade noch zu sehen. Er steht in einer Art Hinterhofgarten mit Sitzmöbeln aus rötlichem Holz. Rechts eine Bank und drei Holzelemente mit Blumentöpfen. Links sieht man einige Sitzgruppen mit Lehnstühlen und Tischen. Dahinter eine Abtrennung zum übrigen Hof aus Holzrahmen mit gekreuzten Latten, an denen Grünpflanzen ranken. Das Portrait von Karsten nimmt ein gutes Drittel des Bildes ein. Er trägt eine schwarze offene Jacke mit Stehkragen und darunter einen schwarzen Pulli mit V-Ausschnitt. Die Arme sind so verschränkt, dass man gerade noch ein Handgelenk am Ärmel sieht. Die Haare sind glatt, halblang und graumeliert. Sie bedecken locker die Ohren. Eine Strähne fällt vom Mittelscheitel ins Gesicht. Er trägt eine Brille mit dunklen aber transparenten Gläsern. Über der Brille sind noch die Augenbrauen zu sehen. Die Augen sind zu ahnen und streifen fast den oberen Brillenrand. Das gibt dem Blick etwas Skeptisches. Der Mund ist geschlossen und die Mundwinkel gekräuselt. Man kann ein angedeutetes Grinsen ausmachen, wenn man möchte. Zusammen mit den verschränkten Armen wirkt es auf mich wie das Portrait eines Interviewten nach einen langen Interview. Um nicht zu sagen, ein wenig wie ein Popstar: gewohnt, fotografiert zu werden, aber nicht immer begeistert.

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Rose im Treptower Park von Katrin

STATUS: NOCH ZU BESCHREIBEN

An einem wunderschönen, warmen und sonnigen Sommertag streiften wir
durch den Treptower Park. Jemand hatte uns von einem Rosengarten
erzählt, der dort angelegt sein sollte und nach einigem Fragen fanden
wir ihn auch. Es war wirklich erstaunlich, wie viele verschiedene
Rosen dort angepflanzt waren. In allen Farben und Formen, hoch und
niedrig wachsend, mit großen und kleinen Blüten und mit ganz
unterschiedlichem Duft. Es war ein Genuss, meine Fingerspitzen über
sie gleiten zu lassen und den Duft einzuatmen. Besonders fasziniert
hat mich die Beschreibung einer Rose, deren Blütenblätter mehrfarbig
waren. Meine Beschreiberin sagte, es sähe aus, als wäre jedes einzelne
Blatt in einem anderen Farbton angemalt worden. Daher habe ich sie
auch fotografiert und bin nun sehr gespannt auf die detailliertere
Beschreibung.

Gelbrote Blüte einer Rose von oben gesehen

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Strand bei Swinemünde

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Susanne schreibt:

„Könnt ihr mir bitte einige Bilder von unserem Ausflug an die Ostsee beschreiben?
Hier ist das erste:
Das Strandbild muss am Strand von Swinemünde auf dem Weg zur Mole entstanden sein. Da war es so, dass ich immer sehr auf den Strand achten musste. Ich mag so gleichmäßige Spuren. Das war der Strandjeep. Allerdings denke ich, ich wollte eher Wasser und Strand aufnehmen. Möglicherweise  war die Sonne schön oder das Wasser hatte die blaugrüne Färbung die ich liebe :-)“
Ich habe Susanne gefragt, wie sie es schafft, den Horizont so waagerecht zu fotografieren. Das schaffe ich oft nicht. Sie hat geantwortet:
„Das mit dem geraden Horizont finde ich gut. Ich halte das I-Phone parallel zu meinem Standpunkt. Das hat scheinbar geklappt ;-= Oder besser so gerade wie ich schauen würde, ohne den Kopf zur Seite zu halten.“
Der blaue Himmel, darunter das blaue Meer, darunter der gelbe Strand, von Autospuren zerfurcht

 

liebe Susanne,

da es mir das Meer schon immer angetan hat und ich sehr lang nicht da war, hier die Beschreibung deines Strandfotos:

Also zunächst auch mein Kompliment für den Horizont. Bis auf ca. 0,5 Grad komplett parallel, besser krieg ich das als Sehende selten hin. Das Foto ist ein Querformat, das obere Viertel füllt der Himmel, das Viertel darunter füllt das Meer und die untere Hälfte zeigt den weißgelblichen Sand. Ungefähr bei einem Drittel des Horizonts auf der rechten Seite sieht man sehr klein aber deutlich den Umriss eines Schiffes. Links daneben noch zwei kleine scharze Flecken, die wohl kleinere Schiffe sind. Über den türkisblauen Himmel zieht eine aufgelockerte Reihe Wolken mit einem schönen graden Abschluss nach unten, der durch einige waagerecht verwehte Wolkenstreifen unterstrichen wird. Die Wolken heben sich reinweiß sehr schön räumlich vom Himmel ab. Das Meer ist insgesamt ruhig und hat aus dieser Perspektive eine eher dunkelblau-grüne Farbe. Vorn auf dem Meer brechen sich gerade zwei bis drei sehr niedrige Wellen und bilden dabei das typische Gittermuster der Meeresgischt, die sich schnell auflöst, wenn die Welle auf dem Sand ausläuft. Manchmal schäumt sie auch so stark, daß sie kleine Schaumklümpchen auf dem Sand hinterlässt. Man sieht einige wenige ganz vorn am Rand des Wassers. Dann folgt in Richtung der Betrachterin der beigefarbene Streifen festen, feuchten Sandes. Im Vordergrund dann schließlich das ganze dramatische Geschehen der Reifenspuren. Es gibt mehrere, vor allem in der rechten Hälfte des Bildes. Links laufen nur zwei parallele Spuren aus dem Bild. Die Spuren von rechts laufen in einem schrägen Winkel auf das Meer zu. Sie überlagern sich teilweise und häufen dabei kleine Wände aus Sand auf, der von den Reifen verdrängt wurde. Sie haben ein bißchen die Form von Krokodilen. Es ist aber ein freundliches, harmonisches Bild. Die gleißende Sonne läßt Wolken und Sand kräftig weißlich strahlen. Es transportiert schön die Stimmung an einem heiteren Ostseetag.  Man spürt den leichten Wind und schaut direkt in die Weite des Horizonts.

Katrin Heidorn

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Fußballstadion

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Hallo, ich bin ja wirklich begeistert, dass es diese Internetseite gibt. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ein Foto beschreiben könnten. Zugegeben, das Foto ist nichts außergewöhnliches, aber es hat für mich einen persönlichen Wert. Vielleicht wären Sie ja so nett und würden das für mich beschreiben. Ich habe zur Zeit keine Sehende person in der Nähe, die das für mich übernehmen könnte.
mit freundlichen Grüßen
Pauline Rohn

Ein großes modernes Fußballstadion aus der Vogelperspektive

liebe Pauline,

dein Foto zeigt ein hochmodernes Fußballstadion. Es ist mit Flutlicht hell erleuchtet, in der Mitte sieht man den hellgrünen Rasen. Der Winkel ist etwas ungewöhnlich. Der oder die Fotografin steht ziemlich hoch auf der Tribüne und hat eine Totale des Stadions geschossen. Wir schauen auf eine Ecke des Spielfeldes herunter. Dort steht eine kleine gelbe Eckfahne. Die Tribünen sind eher locker besetzt und quasi gestreift, da sich immer ca. 20 dunkelgraue und 20 gelbe Sitze abwechseln. Am dichtesten besetzt ist die Schmalseite gegenüber, dort gibt es sogar ein paar Fahnen und Transparente. Ganz oben darüber, direkt unter dem Dach kann ich gerade noch lesen: „Gelbe Wand. Südtribüne Dortmund.“ Über der anderen Ecke, diagonal einmal übers Spielfeld hängt eine große Übertragungsleinwand, die im Foto aber nur weiss erscheint. So weit ist sie entfernt. Auf dem Spielfeld ist zur Zeit kein Spiel im Gang. Es gibt eine Mannschaft in schwarz und eine, die dunkelblaue Trikots und hellblaue Hosen trägt. Auffällig ist, daß  extrem viele Bälle auf dem Feld sind. Und auch mehr Spieler, als beim eigentlichen Spiel. Offenbar spielen sich die Spieler warm. Die schwarze Mannschaft im hinteren und die blaue im vorderen Teil des Rasens. Zehn Spieler der blauen Mannschaft bilden genau in der Mitte ihrer Hälfte einen großen Kreis und ein Mann mit Jacke gibt ihnen scheinbar Anweisungen. In jedem der zwei Tore steht ein Torwart. Neben dem der Blauen macht ein Spieler Dehnübungen, ein anderer hat  eben aufs Tor geschossen. Der Torwart hält noch den Ball. Ein anderer Mann mit Jacke beobachtet die beiden. In der Hälfte de schwarzen Mannschaft verteilen sich die Spieler und machen Übungen mit dem Ball. Auch hier gibt es mehrere Männer mit Jacke und langer Hose. Am rechten Spielfeldrand direkt am Absperrgitter stehen ziemlich viele Leute und beobachten die Spieler.

Soweit wohl eine ganz normale Routinesituation im Stadion kurz vor einem Spiel. Was mir allerdings beim Zoomen noch aufgefallen ist: In der Hälfte der schwarzen Mannschaft, dicht am Mittelkreis, steht eine Person, die weder wie ein Spieler, noch wie ein Trainer aussieht. Sie ist schwarz gekleidet mit langen Hosen. Ich habe sie lange für einen Spieler der schwarzen Mannschaft gehalten. Sie ist aber von der Statur her eindeutig eine Frau und trägt auch keine Fussballkleidung. Oder gibt es Trikots mit großem Ausschnitt? Ausserdem wendet sie ihren Blick in Richtung der blauen Mannschaft. Etwa acht Meter von ihr entfernt läuft ein Spieler der Blauen in langen Hosen hinter einem Ball her. Ich könnte mir denken, dass sie eine Bekannte des Spielers ist, die aus einem bestimmten Grund mit auf dem Feld ist.

Leider sind die Personen auf dem Feld im Bild sehr klein und ich habe unsere Hauptperson nur mit dem Zoom entdeckt. Das Spielfeld nimmt insgesamt nur gut ein Viertel des Fotos ein. Der Rest zeigt die Tribünen und die beeindruckenden Stahlträger der Dachkonstruktion. Es war mir aber ein Vergnügen, in deinem Foto unerwartet ein Rätsel zu entdecken.

Katrin Heidorn

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Durch die Dünen

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Noch ein Urlaubsbild von Susanne. Sie schreibt dazu wunderschön:

Übrigens ist eins meiner Favoriten das Bild, das ich durch den Dünenübergang zum Strand gemacht habe. Es war für meine Schwester und mich das Grösste, wenn wir nach langer Autofahrt an der See ankamen – und mein Vater fuhr immer erst an den Strand für uns-, durch so einen Übergang liefen und dann das Meer sahen. Das spüre ich heute noch körperlich, wenn ich an der See bin oder wenn ich auch nur daran denke ;-=

Ein Durchgang durch die Dünen

Bildbeschreibung von Katrin Heidorn:

Liebe Susanne,
ich wollte schon lang dein schönes Erinnerungsbild beschreiben, komme aber erst jetzt dazu.
Ich habe selbst in meiner Kindheit oft die Ferien am Meer verbracht und kann die Freude verstehen.
Das Foto ist einfach und harmonisch aufgebaut. In der Mitte, leicht nach links verschoben, sehen wir den typischen Bohlenweg aus quergelegten Holzleisten, wie sie in regelmäßigen Abständen durch die Dünen gelegt werden, um den empfindlichen sandigen Untergrund zu schützen. Links und rechts davon der sandige, mit trockenen Blättern
bedeckte Waldboden. Der Weg führt durch einen grünen, sonnendurchfluteten Dünenwald. Ein Laubwald aus dünnen Bäumen, die es trotzdem schaffen, sich über den schmalen Weg zu lehnen und ihre Kronen zusammen zu stecken. So wird der Weg fast zu einem Hohlweg. Rechts vorn auf den Weg fallen einige beinah kreisrunde Sonnenflecken wie locker gestreut.
Das zeigt uns, dass die Sonne recht hoch steht. Also Mittagszeit. An der Ostsee, wo wir wohl sind, eine gute Zeit für den Strand!
Der Bohlenweg sieht aus der Fotoperspektive ziemlich abschüssig aus. Das kann aber eine raffinierte Täuschung sein. Wahrscheinlich steigt er eher an, um dann hinter dem Wald in den offenen Dünen wieder abzusteigen. Jedenfalls gibt es keine Stufen an denen wir es sehen könnten. Er führt direkt ins gleissende Sonnenlicht. Da das Foto den lindgrünen Wald so gut belichtet, ist die Öffnung des Weges hoffnungslos überbelichtet. Streng genommen wissen wir nur deshalb, dass es zum Strand geht, weil du, Susanne, es uns mit der Überschrift verraten hast. Oder wenn wir uns die Mühe machen, das Blechschild zu entziffern, das im Vordergrund rechts neben dem Weg steht. Da steht nämlich alles Wichtige drauf, was man zu einem ordentlichen deutschen Strandaufenthalt wissen muss: Strandabschnitt, textil, keine Hunde, nächstes WC 50m nach rechts, Kurtaxenpflicht und noch einiges mehr. Darüber noch ein kleines Schild, das uns ermahnt, nur diese schönen Holzwege zu benutzen, weil die Dünen Hochwasserschutz bilden. Zuwiderhandlung kostet sogar Bußgeld! Damit es niemand aus Versehen macht, ist weiter vorn links und rechts vom Weg in Kniehöhe ein Draht gespannt.
Wir sind also voll informiert. Dabei ist das Foto so super, weil es eben nichts verrät, aber sofort dazu führt, das ich das Geräusch des Windes und der Brandung höre. Gerade weil der Wald das Meer noch versteckt, ist die Vorfreude umso größer. Das ist ungefähr die Stelle, wo ich als Kind wohl angefangen hätte, loszurennen, um schneller am Wasser zu sein.

Katrin

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