100 Meisterwerke: 38. „Betty“ von Gerhard Richter

Betty 1977

„Betty“ aus dem Jahre 1977, ist das erste von drei Portraits, das Gerhard Richter von seiner gleichnamigen Tochter anfertigte. Es ist im Querformat auf Öl gemalt und hat die Maße 30 x 40 Zentimeter.

Das Bild zeigt die Nahaufnahme einer vermutlich weiblichen, sehr jungen Person. Seine Tochter Betty. Der Bildausschnitt fokussiert den Kopf im Zentrum und endet an den Schultern, beziehungsweise am oberen Ende des Brustkorbs. Die Person befindet sich in einer liegenden Position, wobei der Oberkörper von Betty gerade auf dem Rücken platziert scheint. Der Mittelpunkt des oberen Brustkorbs findet sich in der oberen linken Bildecke. Die linke Schulter zeichnet sich in der linken unteren Bildecke ab, während die Spitze der rechten Schulter mittig am oberen Bildrand abgeschnitten wird. Es lässt außerdem vermuten, dass sie auf einem Tisch oder einer Holzplatte liegt, denn am unteren Ende des Bildes, sowie am rechten oberen Bildrand ist eine geradlinige feste Kante zu sehen. Die Farbe des Untergrunds ist beige-braun und zeigt eine deutliche Schattenbildung an der vorderen sichtbaren Kante.

Betty trägt einen rötlichen Pullover mit einem ungefähr einen zentimeterdicken dunkelblauen Rundhals-Ausschnitt. Des Weiteren sitzt der Pullover locker am Oberkörper und wirkt dabei ein bisschen zu groß.

Ihr ovaler Kopf ist deutlich nach vorne geneigt, so dass das Gesicht fast vollständig zu sehen ist. Lediglich das linke Ohr, sowie die Ausläufer der linken Gesichtshälfte zum seitlichen Haaransatz, sind nicht mehr zu sehen. Der Blick ihrer blauen Augen trifft punktgenau in die Augen der betrachtenden Person; ihr Blick wirkt dabei dennoch durchdringlich und in die Ferne gleitend. Das Gesicht hat eine zarte, kindliche Textur. Die Augenbrauen folgen einem weichen runden Bogen und formen sich symmetrisch auf der glatten hohen Stirn. Die Nase ist kurz, etwas rundlich und dabei genauso zart und kindlich wie der Rest ihres Gesichts. Ihr Mund ist ein wenig geöffnet, wodurch die vorderen oberen Schneidezähne etwas zu sehen sind. Ihre Lippen sind voll, sehr markant und in einem satten Rot. An der Oberlippe zeigt sich nur ein sehr kleiner abgerundeter, schwach u-förmiger Amorbogen. Das Philtrum, die Stelle zwischen Nase und Mund, ist deutlich durch zwei ausgeprägte Linien zu erkennen.

Deutlich ins Auge fällt auch ihr rechtes Ohr, welches nicht von ihren langen hellbraunen, fast glatten Haaren bedeckt ist. Das Kopfhaar wirkt nach Hinten zu einem lockeren Zopf gebunden, wobei sie mit ihrem Kopf auf einem Großteil ihres Haares liegt. Ein paar der langen Strähnen fallen vorne über die Kante nach Unten. Ein leichter linksseitiger Seitenscheitel ist auch zu sehen.

Bilquelle: gerhard-richter.com

Text: Jolin Hölzel

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Eingeordnet unter 100 Meisterwerke, schon beschrieben

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