100 Meisterwerke: 37.“Der Knabe mit der Roten Weste“ von Paul Cézanne

Der Knabe in der Roten Weste

Paul Cézanne  war ein französischer Maler der zu den Wegbereitern der klassischen Moderne in der Kunst zählt. „Der Knabe mit der roten Weste“ ist eines seiner berühmtesten Gemälde. Zum einen weil er das erste Mal ein Berufsmodell, einen jungen Italiener namens Michelangelo di  Rosa, porträtierte und zum anderen weil das Gemälde später zwischen 2008-2012 in einen Kunstraub verwickelt war. Das Gemälde ist eines von insgesamt sechs Werken einer Serie wobei vier davon Ölgemälde sind und die anderen zwei Aquarelle, all diese Gemälde porträtieren den Jungen.

Das gestohlene Ölgemälde, das sich nun wieder in der ursprünglichen Sammlung E.G Bührle in Zürich befindet, zeigt das Porträt eines jungen Mannes in Frontalansicht. Er sitzt jedoch zu seiner linken Seite gedreht auf einem unerkenntlichen Gegenstand und stützt sich mit dem linken Ellbogen auf einer Ablage, eventuell einem Tisch, ab, dies ist  jedoch nicht klar zu erkennen. Sein Alter ist schwer zu schätzen, er könnte um die zwanzig sein.

Allgemein ist der Hintergrund flächig und undeutlich gemalt, der Junge hingegen ist mit genauen Umrissen dargestellt. Auf der linken  Seite im Hintergrund lässt sich ein grünbrauner Vorhang erahnen, der das Bild auf dieser Seite abschließt. Mittig auf der Höhe des Kopfes des Jungen zieht sich ein dunkelbrauner Balken durch den Hintergrund. Die Flächen darüber und darunter sind hellblau und grün getupft und könnten ein Fenster andeuten.

Der Junge stützt sich mit dem Ellbogen auf die Ablage, wobei sein Kopf in seiner Hand ruht. Der rechte Arm, der sehr lang wirkt, hängt schlaff herunter, fast mittig im Bild, und liegt auf seinen Knien. Seine Haltung sieht leicht gelangweilt aus, als würde er auf etwas oder jemanden warten. Seine dunkelbraunen Haare sind etwa schulterlang und zu einem Zopf gebunden, der ihm gerade auf dem Rücken liegt. Sie sind mittig gescheitelt und hinter das Ohr gestrichen. Er hat blasse, helle Haut und ein zierliches Gesicht. Im Vergleich dazu erscheint sein sichtbares rechtes Ohr sehr groß. Seine dunklen Augen schauen geradeaus ins Leere.

Die Kleidung des Jungen ist elegant: Er trägt ein weißes, langärmliges Hemd mit einer geschlossenen Weste darüber und eine blauen Hose. Vorderteil und Kragen der Weste sind leuchtend Rot, der Rücken ist aus beigefarbenem Stoff. Dazu trägt er ein blaues Halstuch. Da dieses nur durch blaue Farbflächen angedeutet ist, lässt sich nicht erkennen wie es gebunden ist. Sein Körper ist auf dem Gemälde nur bis zu den Oberschenkeln zu sehen. Quer über seinen Knien liegt eine braune Decke oder ein großes Stück brauner Karton. Neben dem Jungen auf der Ablage liegt ein Stück weißes Papier. Vielleicht will er etwas schreiben und sieht daher nachdenklich oder fast schon gelangweilt aus. Allgemein dominieren in dem Ölgemälde die Farben blau, grün und rot, die zusammen eine sehr stimmige Komposition ergeben und dem Bild zu einer warmen  Atmosphäre verhelfen.

Bildquelle: billerantik.de

Text: Clara Hoffmann

 

 

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