100 Meisterwerke: 31.“Le phénomène de l’extase“ von George Brassaï

Das Phänomen der Extase

George Brassaï (ursprünglich Gyula Halász) gab sich selber den Namen Brassaï was „der aus Brassó stammende“ bedeutet. Er wanderte 1924 von Ungarn nach Frankreich aus und fotografierte dort vorwiegend das Pariser Nachtleben. Er widmete sich somit vor allem der damals noch schwierigeren Fotografie bei Nacht und spielte in seinen Bildern mit Licht und Schatten. Auch auf dem hier beschriebenen Foto „Le phénomène de l’extase“ (dt. „Das Phänomen der Ekstase“) lässt sich das Spiel mit Licht und Schatten deutlich erkennen.

Es handelt sich um eine schwarz – weiß Fotografie aus dem Jahr 1933 und zeigt eine junge Frau um die Mitte bis Ende Zwanzig, die auf einem Bett liegt. Es ist im Querformat aufgenommen und die Frau befindet sich direkt im Mittelpunkt des Bildes.

Das Bett füllt fast das ganze Bild aus, nur auf der linken Seite ist die Bettkante zu erkennen. Das Kopfende des Bettes scheint aus Holz zu sein, ist jedoch aufgrund des unscharfen Hintergrundes nicht klar erkenntlich. Die Frau liegt auf dem Rücken. Ihr Kopf befindet sich auf der linken oberen Seite der Matratze und ihr Oberkörper verläuft quer durch das Bild bis zum rechten Bildrand. Das Bild ist von leicht oben aufgenommen, als würde der Fotograf mit ihr auf dem Bett sitzen und sich leicht über sie beugen um sie zu fotografieren. In der linken oberen Ecke befindet sich eine Lichtquelle, ob es sich um eine Lampe oder ein Fenster handelt ist nicht klar erkennbar. Das Licht scheint auf die obere Bettkante und auf das Gesicht der Frau

Auffällig sind die Haltung der Frau sowie ihr Gesichtsausdruck. Ihr Kopf ist leicht nach rechts geneigt und liegt auf ihrer rechten Schulter. Ihre Augen sind geschlossen und die Augenbrauen sind schmal, dunkel und in einem perfekten Bogen geformt. Ihr schmaler Mund ist leicht geöffnet so dass ihre oberen Zähne zu sehen sind. Ihre Zähne sind gerade, groß und stechen durch ihr strahlendes Weiß besonders hervor. Ihre etwa bis zur Schulter langen, dunklen Haare liegen auf dem Bett und fallen an der linken Bettkante hinunter. Obwohl sie im Bett liegt und ihre Augen geschlossen sind wirkt die Frau keineswegs als würde sie schlafen, sie sieht aus als würde sie sich vollkommen einem Genuss oder einer Fantasie hingeben und als wäre sie regelrecht in Ekstase.

Sie trägt ein dunkles, kurzärmliges Kleid, bei dem der Ärmel der linken Schulter verrutscht ist und ein weißer BH-Träger zum Vorschein kommt. Ihre Arme liegen eng an ihrem Körper. Ihr Körper ist jedoch nur bis ungefähr auf Höhe ihrer Hüften auf dem Bild zuerkennen und wird auf der rechten Seite auch immer dunkler. Nur das weiße, leicht zerschlissene Laken hebt sich von dem dunklen Körper ab.

Insgesamt wirkt das Foto auf mich sehr anziehend und erotisch. Es erweckt eine sinnliche und private Atmosphäre. Auch das Spiel mit Licht und Schatten ist Brassaï auf dem Foto sehr gut gelungen und verstärkt die mystische Stimmung auf dem Bild, da für den/die Betrachtenden nicht klar zu erkennen ist wieso die Frau auf dem Bett liegt und warum sie in Ekstase ist.

Bildquelle: Pinterest

Text: Clara Hoffmann

 

 

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Eingeordnet unter 100 Meisterwerke, schon beschrieben

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