100 Meisterwerke: 11. „Die Dame auf dem Pferd“ von Alfred Kubin

Die Dame auf dem Pferd

Das Gemälde von Alfred Kubin mit dem Titel „Die Dame auf dem Pferd“ ist um 1900 entstanden. Es ist heute in der Neuen Galerie New York ausgestellt und hat die Maße 39.7 × 31 cm. Das hochformatige Bild ist in Schwarz-weiß Tönen gehalten. Es zeigt ein Schaukelpferd mit scharfen „Sensen“ als Wippe. Unter den Sensen liegen zertrümmerte Menschenteile verstreut. Auf dem Pferd sitzt eine Reiterin.

Das stolze, weiße Pferd nimmt fast das ganze Bild ein. Es ist dünn und muskulös. Das Tier hat seine spitzen Ohren aufgestellt, die Nüstern weit aufgebläht und die Zähne aufeinander gebissen. Es wirkt als ob es in Angriffsstimmung ist. Die Beine, die auf den Enden der beiden Kufen stehen, sind durchgestreckt. Es trägt ein einfaches, dünnes Zaumgeschirr.

Die Reiterin sitzt im Damensitz auf dem Pferd. Ihre Beine hängen auf der dem Betrachtenden zugedrehten Seite des Pferdes herab. Sie trägt ein schwarzes, langes Kleid, welches ihren gesamten Körper bedeckt. Das Kleid hat lange Ärmel, ist oben sehr eng anliegend und wird nach unten weiter, so dass es den hinteren Teile des Pferdes komplett bedeckt. Der rechte Arm der Frau ist gerade nach vorne ausgestreckt, mit der rechten Hand hält sie die Zügel. Den linken Arm hat sie im rechten Winkel auf ihren linken Oberschenkel gestützt. In der linken Hand hält sie eine Reitgerte, die nach hinten zeigend aus dem Bild hinaus ragt.

Die Dame trägt dunkle Handschuhe und einen hohen, schwarzen Zylinder. Sie hat schwarze Haare, die zum Knoten gebunden sind. Ihren Blick richtet sie über ihre linke Schulter zum rechten Bildrand hin. Ihr Blick wirkt kalt und ernst. Das Gesicht ist weiß-grau und bildet einen starken Kontrast zu ihrer schwarzen Kleidung. Die Frau hat ein spitzes Kinn, einen langen Hals, eine längliche Nase und einen hervorstehenden Kiefer.  Sie ist sehr schlank und es sieht aus als träge sie eine Korsage unter ihrem Kleid, die ihre steife Haltung zusätzlich verstärkt.

Unter den sensenartigen Wippen, auf denen das Pferd steht, liegen graue menschliche Körperteile, hauptsächlich Arme und Beine, die quer über den Boden verstreut sind. Der Bildhintergrund ist aufgeteilt in ein Viertel Boden und der Rest Wand. Der Boden ist grau und die Wand ist schwarz. Um den Oberkörper der Frau und das Pferd herum erscheint der Hintergrund etwas heller.

Insgesamt wirkt das Bild auf mich aggressiv, brutal, düster und mächtig. Als wolle der Maler eine autoritäre Gräfin darstellen, die ihre Gegner oder Untertanen ohne Rücksicht und Erbarmen buchstäblich zermalmt.

Text: Jenny Kraus

Bildquelle: Brooklynrail.org

 

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Eingeordnet unter 100 Meisterwerke, schon beschrieben

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