Julia in Streifen von Silja

Portrait von Julia

Beschreibung von Julia

Silja bat uns, dass wir diesmal die Bilder von uns selbst beschreiben sollen. Da mir neulich bei meinen letzten Beschreibungen aufgefallen ist, dass ich immer recht wenig im Detail vom Gesicht beschrieben habe, versuche ich diesmal das Gesicht genauer zu beschreiben. Damit sich auch die Leser ein Bild davon machen können, wie bei dieser Beschreibung mein Gesicht aussieht.

Auf dem Bild zu sehen bin Ich, Julia. Allerdings nicht vollständig, da ich oben ab dem Haaransatz angeschnitten bin. Ansonsten ist mein Oberkörper ziemlich vollständig im Bild und außerdem Folie, die als Hintergrund dient, zu sehen. Silja hat mich frontal fotografiert, dennoch bin ich irgendwie schräg im Bild. Mein Kopf ist in der rechten oberen Ecke und füllt knapp ein Viertel des Bildes. Mein Oberkörper endet links unten im Bild, also fülle ich das Bild diagonal aus. Ich stütze meine Arme nach hinten auf. In etwa die Hälfte meiner Unterarme sind nicht von dem schwarzen Langarmshirt verdeckt, das ich trage. Meine Hände sind nicht zu sehen und auch der Boden, auf dem ich sitze, ist nicht zu sehen.

Auffällig an diesem Bild ist das Licht. Besser gesagt die Sonne, die in das Fenster hinein scheint. Aufgrund von halbgeöffneten Jalousien am Fenster entstehen quer gestreifte Schatten, die vor allem auf mein Shirt und mein Gesicht fallen. Die hellen und dunklen Streifen sind unvollständig auf meinem Shirt. Etwas oder Jemand steht vor dem Fenster, so dass ein Schatten auf einen Teil meines Shirts fällt. Der Schatten geht von meinem Kinn aus links abfallend bis zum rechten Bildrand und ist rundlich. Es könnte ein Kopf sein. Auf der Folie verliert sich der Schatten fast, da diese geknittert ist und durch die milchige Farbe wird das Licht reflektiert. Oben mittig im Bild, links von meinem Kopf ist ein heller Lichtkreis. Über mein Gesicht fallen ebenfalls Schattenstreifen, so dass drei Teile meines Gesichtes im Schatten liegen, jeweils dazwischen scheint das volle Licht auf mein Gesicht. Die Schattenstreifen in meinem Gesicht sind allerdings leicht rund nach unten hin abfallend. Durch die Art des Lichteinfalles wird der Blick auf das gesamte vollständige Gesicht irritiert. So fragte mich mein Freund, als ich dabei war das Bild zu beschreiben, wer das da eigentlich ist auf dem Bild.

Zu meinem Gesicht und Kopf. Die Spitze meines Kinns liegt im Schatten. Dann kommt ein heller Streifen, der bis zur Unterkante meine Oberlippe reicht. Im Licht zu sehen sind ein großer Teil meiner Zähne und meine Unterlippe, sowie der Bereich unterhalb der Lippe bis zur Spitze des Kinns und der Bereich zwischen Kinn und Wangen, der seitlich vom Mund ansetzt. Ich lache. Hinzuzufügen ist an dieser Stelle vielleicht noch, dass wir beim Beschreiben des Bildes nach dem Fotografieren, uns darauf einigten, dass mein Lachen gut getroffen ist und es natürlich aussieht. Seitlich neben meinem Mund bilden sich zwei vertikale Lachfalten, eine links und eine rechts. Diese reichen bis in den nächsten schattigen Abschnitt hinein. In diesem sind meine Oberlippe, meine Nasenflügel und -spitze und ein Teil meiner Wangen zu sehen. Von den Nasenflügen reichen wiederum zwei Lachfalten bis zu den Mundwinkeln hinab. Auf mein Nasenbein, sowie dem Großteil meiner vom Lachen leicht geschlossenen Augen und auch meiner Wangenknochen fällt wieder ein Streifen Sonnenlicht. Die Farbe meiner Augen ist auf dem Bild nicht zu erkennen. Es könnte grau sein. In der Tat ist der farbige Teil meiner Augen blaugrau. Neben und unter meinen schmalen Augen herum bilden sich ebenso Lachfalten. Links unter dem linken Auge ist ein kleiner Leberfleck zu sehen. Die obere Linie zwischen Licht und Schatten dieses Abschnitts verläuft auf Höhe der Nasenwurzel, weiter an den Augenlidern nach unten bis zu den Ohrläppchen. Um mein rechtes Ohrläppchen steckt ein schlichter runder Holzohrring. Dieser wird von der Sonne beschienen, während das Ohr selbst im Schatten liegt. Das linke Ohr ist nicht zu sehen. Meine weder schmalen noch vollen, gewölbten Augenbrauen werden nach außen hin schmaler. Sie sind dunkel und reichen leicht bis über die Länge meiner Augen hinaus. Die Augenbrauen und auch die Hälfte meiner recht hohen Stirn liegen im Schatten, während der Rest der Stirn bis zum Haaransatz, ab dem das Bild angeschnitten ist, von der Sonne beschienen wird. Ein Teil meiner blonden zum Zopf gebundenen Haare sind noch im Bild zu sehen. Links und rechts hinter den Ohren hängen zwei kleine blonde Strähnen hinunter.

Damit ist die Beschreibung des Fotos beendet und nun folgen noch ein paar persönliche Gedanken zu Fragen, die uns Silja stellte.

Wie empfindest du es fotografiert zu werden?

Ich empfinde es jedes Mal ein wenig seltsam selbst fotografiert zu werden, denn irgendwie will ich ja auch gut dabei aussehen oder zumindest soll es ein schönes Foto sein. Das ist dann schon mal mit ein paar Schweißausbrüchen und Nervosität verbunden, wie bei einem Referat, dass man vor dem Seminar halten muss. Dabei macht es mich wahrscheinlich vor allem nervös, da Ich und mein Äußeres durch die Fotos in gewisser Hinsicht beurteilt werden. Fotos werden ja schließlich gemacht, um sie sich anzusehen und jeder hat irgendwie auch eine Meinung dazu. Wenn ich also auf dem Foto bin, werde ich auch bewertet. Zum einen natürlich das Foto im Gesamten, ob es zusammenpasst, wie man guckt oder wie man dasteht, aber zum anderen eben auch ob es schön so ist, wie man auf dem Bild aussieht bzw. ob die Person auf dem Bild schön ist. Ein gutes Foto wirkt ja irgendwie auch durch die Schönheit der Person, die darauf ist. Also wird indirekt bewertet, ob man gut aussieht oder nicht. Diese Gedankenprozesse laufen eher im Hintergrund ab, wenn Silja Bilder von mir macht, aber sie sind nicht ganz unbedeutend. In der Besprechung der Fotos haben wir darüber zwar nie gesprochen. Wir haben eher darüber gesprochen, wie wir auf den Bildern aussehen. Ein gutes Bild wurde daran festgemacht, ob die Augen offen sind oder ob es im Gesamtbild gepasst hat. Mir selbst fällt es darüber hinaus dann schwer zu beurteilen, ob dies oder jenes Foto schön ist. Ich kann für mich sagen, ja es ist gut getroffen. Ich lache da natürlich oder eben nicht. Mir fällt es schwer zu sagen, ich finde dieses Foto schön, denn was ich sehe auf dem Foto, bin ich und ich lache oder gucke so oder so. Aber ich weiß immer nicht, ob ich die Fotos dann tatsächlich schön finde, weil für mich damit irgendwie auch in Verbindung steht, ob ich schön bin. Es fällt mir schwer dies zu beurteilen, da ich nun mal so aussehe wie ich aussehe. Ich finde mich nicht hässlich, aber auch nicht außergewöhnlich hübsch oder so. Halt irgendwie ganz normal. Ich kann ja daran auch nichts groß ändern, an dem wie ich aussehe.

Wie gefallen dir Bilder von dir?

Auf Bildern finde ich es nicht einfach gut oder normal auszusehen. Oft mag ich Bilder von mir nicht sonderlich, denn entweder sehen sie gestellt aus oder wenn ich lache, sind meine Augen oft geschlossen und das sieht auch nicht gut aus. Ich finde es schwierig auf gestellten und inszenierten Bildern nicht gestellt auszusehen. Als Silja das erste Mal Fotos von mir machte, sagte sie, „Lach mal!“ und „Fühl dich mal so, als wenn du dich gern hast.“ Ich dachte mir, uff, wie sieht das eigentlich aus? Ich machte mir davor nie groß Gedanken darüber, wie es aussieht, wenn man sich gern hat, denn entweder hab ich mich gern oder nicht. Das ist dann zwar schon zu sehen oder merkbar für andere, aber ich glaube, dass kann man für ein Foto nicht inszenieren.

Mittlerweile klappt es ganz gut zu lachen. Manchmal sind die Bilder dann im richtigen Moment getroffen und dann sieht das gut aus. Andere Male sind sie nicht gut getroffen, dann sehen sie doof aus, weil die Augen zu sind oder so. Meist klappt es gut, wenn wir als Gruppe irgendwas Witziges erzählen, worüber ich dann lachen muss und dann ist es auch ein echtes Lachen, was auf dem Foto zu sehen ist.

Wie war es für dich ein Foto von der selbst zu beschreiben?

Ein Foto von sich selbst zu beschreiben ist nicht viel anders als ein Foto von anderen zu beschreiben. Da ich möglichst objektiv versuche ein Foto zu beschreiben. Ich versuche dann das zu beschreiben was ich sehe. Allerdings ist es schwer, gerade ein Gesicht, genau zu beschreiben, da ich durch die Beschreibung einer Form schon auch festlege, ob die Stirn hoch oder die Nase dick oder schmal ist, auch irgendwie bewerte, wie ich die Nase oder die Stirn empfinde. Da ich selbst, wie ich finde, keine sonderlich markanten Gesichtsmerkmale habe und mich bis jetzt noch nicht vor den Spiegel gestellt habe, um die Form meiner Nase oder Augenbrauen zu beurteilen, finde ich es hinsichtlich dessen noch schwerer zu sagen, ob meine Nase schmal, die Augenbrauen lang und dick oder die Augen klein oder groß sind. Denn wie groß, ist groß oder wie dick, ist dick? Ich könnte natürlich alles genau nachmessen, was ich mit meiner Stirn tatsächlich auch getan habe, aber machen dann so genaue Angaben nicht auch die Bildbeschreibung irgendwie langweilig? Das führt mich zu der Frage, was soll über die Bildbeschreibungen transportiert werden? Eine möglichst genaue Beschreibung des Bildes oder geht es auch um die Wirkung und den Eindruck, den das Bild beim Betrachter hinterlässt?

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