Eine blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 3.2 die Megapixel-Lüge und Kauftipps für Kompaktkameras

Diesen und den vorangegangenen Post könnt ihr euch auch als Podcast anhören:

https://www.spreaker.com/user/8265506/die-kompakte-und-die-megapixel-luege?autoplay=1

Hallo an alle,

hier bin ich wieder mit Teil 2 über Kompaktkameras.

Ich bin in der letzten Zeit öfter gefragt worden, worauf man denn beim Kauf einer Kamera achten sollte. Sehr gute Frage, aus mehreren Gründen. Ich möchte vorweg schicken, dass man sich nie auf einen Hersteller verlassen sollte. Canon und Nikon sieht man derzeit sehr häufig bei Hobbyfotografen, auch, weil das Preis- Leistungsverhältnis recht gut ist, und die Bedienung der Geräte recht intuitiv funktioniert. Aber gerade diese beiden Firmen laufen sich regelmäßig gegenseitig den Rang ab, da ändern sich die Vorsprünge teils von Modell zu Modell.

Die Megapixel-Lüge

Seit einigen Jahren hält sich dieser Begriff in Fotografenkreisen hartnäckig. Viele Hersteller, sowohl von Kameras, als auch von Handys werben damit, wie viele Megapixel ihre Kameras bereits haben. Mehr als 20 oder 30 sind heute keine Seltenheit mehr. Allerdings gibt es hier ein Problem. Wo die Megapixel immer mehr werden, vergrößern sich die Bildsensoren leider nicht. Ich komme wieder auf mein Netzhaut-Beispiel zurück. Pixel sind die Kleinst-Bauteile auf dem Sensor, welche Licht aufnehmen und an den Bildprozessor in Form eines verstärkten Signals weitergeben. Werden die Pixel auf dem Sensor immer enger gesetzt, erreichen zu viele Signale den Prozessor, und die Pixel laufen über, wie man sagt. Das sorgt dafür, dass Bilder Belichtungsfehler aufweisen, egal, was wir einstellen und rumprobieren. Helle Bereiche des Bildes werden zu hell, dunkle bereiche – Fotografensprache – saufen ab, versinken also total im Dunkel, die Kamera kann nicht mehr richtig messen, die Bildqualität wird schlechter.

Eine ausreichende Zahl an Megapixeln benötigt also einen ausreichend großen Bildsensor.

Viele Megapixel sind aus folgenden Gründen überhaupt erst nötig.

  • Ich möchte ein von mir geschossenes Foto im Großformat ausdrucken, und damit meine ich alles über DinA4.
  • Ich möchte aus meinem Foto einen bestimmten Ausschnitt ranholen und ausschneiden, weil ich beispielsweise nicht nah genug an mein Wunschmotiv herangekommen bin.

Zum Vergleich: Möchte ich ein Foto in der Größe 10 X 15cm in guter Qualität ausdrucken, benötige ich sage und schreibe 2 Megapixel. Also passt auf, dass ihr nicht unnötig viel Geld für eine Kamera ausgebt, nur weil sie die meisten Megapixel hat, der Schuss kann leicht nach hinten losgehen.

Weitere Kauftipps

Bedienung:

Viele von den kleinen Kameras haben zumindest für die Programmautomatiken die Möglichkeit, mit einem Rädchen eingestellt zu werden. Wenn möglich, greift auf so ein Modell zurück. Oft sind das die Funktionen, die man am häufigsten nutzt.

Am Einfachsten wird es, wenn ihr euch für dieses Modell dann möglichst kleine Markierungspunkte kauft, einen davon auf das Programmrädchen am Rand klebt, und eins genau daneben auf die Kamera selbst. Klebt diese Punkte so, dass sie nebeneinander liegen, wenn ihr den Automatik-Modus eingestellt habt, den nutzt man erfahrungsgemäß am Häufigsten. Notiert euch gleich zu Anfang die Reihenfolge der Programme, wie oft ihr das Rädchen im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen müsst, um welches zu erreichen. Irgendwann habt ihr es dann im Kopf, oder könnt bei Bedarf nachschauen.

Testberichte

Dass man sich auf die Beratung in den Fachmärkten nicht immer verlassen kann, muss ich ja keinem sagen. Idealerweise sollten die Berater dort fachkundig sein, aber einerseits ist das nicht immer so, andererseits darf man nicht vergessen, dass wir hier über Verkäufer sprechen, und oft spielen natürlich auch finanzielle Interessen beim Verkauf eine Rolle. Ich kann daher nur dazu raten, vor dem Kauf Testberichte zu lesen, am meisten empfiehlt sich da Chip Online. Natürlich gibt es auch bei Ebay und Amazon die Möglichkeit zu kaufen, und gerade Amazon kann oft mit Rezensionen zu den Geräten aufwarten, aber die sind mit Vorsicht zu genießen. Da gibt es die 5-Sterne-Rezensenten, die oftmals nicht wirklich Ahnung haben. Das lässt sich schon daran bemessen, dass kein Gerät wirklich ohne Abstriche zu bewerten sein kann, einen Nachteil gibt es immer. Und dann gibts auch die Nörgel-Rezensenten, die wirklich nur aufs Schimpfen aus sind, das bringt euch beides nicht weiter. Die Testberichte bei Chip enthalten zwar auch hier und da ein wenig Fachgeschwafel, sind aber in ihren Fazits sehr leicht verständlich und sie bewerten von der Bedienung über Bildqualität bis hin zum Preis- Leistungsverhältnis alles.

Bestellen oder kaufen gehen?

Generell würde ich vom Bestellen abraten. Gerade für uns ist es wichtig, dass wir die Kamera in der Hand halten, uns die Knöpfe ansehen und so abwägen können, ob das Gerät für uns überhaupt in Frage kommt. Das lässt sich bei einer Bestellung im Netz auch über Fotos von den entsprechenden Modellen nicht immer richtig ausmachen. Zweite Möglichkeit, wenn sich da größere Preisunterschiede ergeben ist, im Laden gucken, im Internet bestellen.

Um es also kurz auf den Punkt zu bringen. Wer ein bisschen mehr Vielfalt beim Fotografieren und den entsprechenden Funktionen haben möchte, der sollte sich vielleicht überlegen, ob er auf so eine kleine Kompaktkamera umsteigen möchte. Praktisch sind sie aus dem Grunde, weil sie sehr klein sind und noch weniger Platz wegnehmen als ein Handy, und da die Bilder auf eine SD-Karte gespeichert werden, bekomme ich sie auch leichter auf den PC, oder kann sie direkt ausdrucken lassen.

Solltet ihr zu dem Thema noch eine Frage haben, die hier offen geblieben ist, könnt ihr euch wieder gern an mich wenden.

Eure Nadine

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Eine Antwort zu “Eine blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 3.2 die Megapixel-Lüge und Kauftipps für Kompaktkameras

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