Pieter Bruegel der Ältere: Jäger im Schnee

 

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Saskia schreibt:

Können Sie bitte für mich eine Beschreibung des Gemäldes „Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel dem Älteren machen? Mich interessiert besonders, was man von den Menschen auf dem Bild erkennen kann und wie die Stimmung des Bildes ist. Es gibt eine Beschreibung bei Wikipedia, aber die ist sehr kurz. Wenn möglich würde ich gern mehr Details erfahren.

Pieter Bruegel d. Ä.: Jäger im Schnee

Pieter Bruegel d. Ä.: Jäger im Schnee © Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

Und hier die Beschreibung von Jörg Schumacher:

Mir ist das Bild “Die Jäger im Schnee” (auch Heimkehr der Jäger) von Pieter Bruegel dem Älteren, gemalt 1565, bekannt als eines der ersten Bilder, auf denen eine Winterlandschaft zu sehen ist. Das Original hängt im Kunsthistorischen Museum Wien, ist gemalt in Öl auf Eichenholz und hat eine Größe von 117 Zentimetern in der Höhe und 162 Zentimetern in der Breite. Es ist also ein eher handliches Bild. Aber beschreiben wir die abgebildete Szene nun so, als wären wir mittendrin.
Jäger kommen nach Hause und haben nach einem anstrengenden Tag auf der Jagd trotz der 13 Hunde unterschiedlicher Größe nur einen mickrigen Fuchs erbeutet. Es ist Winter und sie laufen über einen schneebedeckten Hügel auf das Dorf im Tal zu. Es weht ein eisiger Wind von rechts und ein wenig von vorn. Ein Feuer vor einem Wirtshaus – erkennbar an einer knarrenden hölzernen Fahne über der Tür – etwa dreißig Meter links von Standpunkt des Betrachters wird vom Wind stark angefacht. Es wird Schilf oder Stroh verbrannt, warum, erschließt sich nicht. Ein Kind steht mit dem Rücken zum Wind am Feuer.

Der Betrachter der Szene ist zurückgeblieben, denn die Hunde und die drei anderen Jäger sind bereits ein gehöriges Stück voraus. Ein Busch im Vordergrund ist von verharschtem Schnee bedeckt. Die Jäger werden gleich einen nicht erkennbaren Weg den Hang hinunter beschreiten, der vermutlich nach links unten weitergeht und danach wieder sichtbar an einigen Häusern auf der linken Seite vorbei zwischen mehreren zugefrorenen Teichen nach halbrechts zu einem kleinen Dorf mit Kirche führt.

In der Ferne noch weiter rechts ragen zwei spitze Berge mit mehreren eisbedeckten Gipfeln und Gletschern ins Bild. Eine Burg liegt zu Füßen der Berge. Von dort weiter nach links öffnet sich ein Tal, in dem sich schneebedeckte Flächen mit vereinzelten Menschen, Wege, zugefrorene Teiche und Flüsse sowie vereinzelte Bäume und Buschgruppen abwechseln, bis ganz links in der Ferne ein kleine Stadt mit zwei Kirchen am zugefrorenen Meer liegt. Diese Eisfläche bindet die Schiffe ans Ufer und hält sogar Pferd mit Reiter aus.

Der Betrachter spürt die Weite dieser offenen Landschaft. Er ist vermutlich gegen die Kälte geschützt und hört die Geräusche im eisigen Wind an diesem trüben Nachmittag nur gedämpft. In der nächsten Nähe links voraus ist leises Kläffen zu hören. Die größeren, schlanken Windhunden ähnlichen Hunde machen einen müden Eindruck und schleichen nur noch dahin. Es sind die wenigen kleinen Hunde, die noch agil sind und Geräusche von sich geben. Die Menschen links am Feuer sind beschäftigt, ganz leise ist das Fauchen des durch den Wind angefachten Feuers zu hören.

Von fern voraus erklingen die Stimmen vieler Menschen, gelegentliches Lachen und freudige Kinderstimmen. Rechts von den Jägern grenzen im Tal mehrere zugefrorene Teiche aneinander, auf denen sich Menschen tummeln. Fünf Erwachsene üben Eisstockschießen, Kinder spielen Eishockey und noch weiter entfernt wird auf Schlittschuhen gelaufen. Die gewagten Kunststücke gehen nicht in jedem Fall gut aus, einige der Eisläufer finden sich bereits auf dem kalten, blanken Eis wieder. Vereinzelte Krähen auf den Bäumen in der Nähe geben krächzende Töne von sich, der Wind löst kleine Eisstückchen von den Bäumen in der Nähe. Das beherrschende Geräusch aber sind die knirschenden Schritte der Jäger im Schnee, die sich wortlos nach Hause bewegen.

2 Kommentare

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2 Antworten zu “Pieter Bruegel der Ältere: Jäger im Schnee

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