Durch die Dünen

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Noch ein Urlaubsbild von Susanne. Sie schreibt dazu wunderschön:

Übrigens ist eins meiner Favoriten das Bild, das ich durch den Dünenübergang zum Strand gemacht habe. Es war für meine Schwester und mich das Grösste, wenn wir nach langer Autofahrt an der See ankamen – und mein Vater fuhr immer erst an den Strand für uns-, durch so einen Übergang liefen und dann das Meer sahen. Das spüre ich heute noch körperlich, wenn ich an der See bin oder wenn ich auch nur daran denke ;-=

Ein Durchgang durch die Dünen

Bildbeschreibung von Katrin Heidorn:

Liebe Susanne,
ich wollte schon lang dein schönes Erinnerungsbild beschreiben, komme aber erst jetzt dazu.
Ich habe selbst in meiner Kindheit oft die Ferien am Meer verbracht und kann die Freude verstehen.
Das Foto ist einfach und harmonisch aufgebaut. In der Mitte, leicht nach links verschoben, sehen wir den typischen Bohlenweg aus quergelegten Holzleisten, wie sie in regelmäßigen Abständen durch die Dünen gelegt werden, um den empfindlichen sandigen Untergrund zu schützen. Links und rechts davon der sandige, mit trockenen Blättern
bedeckte Waldboden. Der Weg führt durch einen grünen, sonnendurchfluteten Dünenwald. Ein Laubwald aus dünnen Bäumen, die es trotzdem schaffen, sich über den schmalen Weg zu lehnen und ihre Kronen zusammen zu stecken. So wird der Weg fast zu einem Hohlweg. Rechts vorn auf den Weg fallen einige beinah kreisrunde Sonnenflecken wie locker gestreut.
Das zeigt uns, dass die Sonne recht hoch steht. Also Mittagszeit. An der Ostsee, wo wir wohl sind, eine gute Zeit für den Strand!
Der Bohlenweg sieht aus der Fotoperspektive ziemlich abschüssig aus. Das kann aber eine raffinierte Täuschung sein. Wahrscheinlich steigt er eher an, um dann hinter dem Wald in den offenen Dünen wieder abzusteigen. Jedenfalls gibt es keine Stufen an denen wir es sehen könnten. Er führt direkt ins gleissende Sonnenlicht. Da das Foto den lindgrünen Wald so gut belichtet, ist die Öffnung des Weges hoffnungslos überbelichtet. Streng genommen wissen wir nur deshalb, dass es zum Strand geht, weil du, Susanne, es uns mit der Überschrift verraten hast. Oder wenn wir uns die Mühe machen, das Blechschild zu entziffern, das im Vordergrund rechts neben dem Weg steht. Da steht nämlich alles Wichtige drauf, was man zu einem ordentlichen deutschen Strandaufenthalt wissen muss: Strandabschnitt, textil, keine Hunde, nächstes WC 50m nach rechts, Kurtaxenpflicht und noch einiges mehr. Darüber noch ein kleines Schild, das uns ermahnt, nur diese schönen Holzwege zu benutzen, weil die Dünen Hochwasserschutz bilden. Zuwiderhandlung kostet sogar Bußgeld! Damit es niemand aus Versehen macht, ist weiter vorn links und rechts vom Weg in Kniehöhe ein Draht gespannt.
Wir sind also voll informiert. Dabei ist das Foto so super, weil es eben nichts verrät, aber sofort dazu führt, das ich das Geräusch des Windes und der Brandung höre. Gerade weil der Wald das Meer noch versteckt, ist die Vorfreude umso größer. Das ist ungefähr die Stelle, wo ich als Kind wohl angefangen hätte, loszurennen, um schneller am Wasser zu sein.

Katrin

Ein Kommentar

Eingeordnet unter schon beschrieben

Eine Antwort zu “Durch die Dünen

  1. Susanne sagt dazu:
    super schön gemacht und meine gefühle eingefangen
    Danke!
    lieber Gruss

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