Matthias Grünewald: Stuppacher Madonna

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Anja schreibt: ich würde sehr gern die momentan in Dresden ausgestellten Gemälde der Sonderausstellung „Himmlischer Glanz“ beschreiben lassen. Es handelt sich um 2 Bilder von Raffael (Sixt. Madonna u. Madonna di Foligno) und um die Stuppacher Madonna von Grünewald.

Hier das Bild aus dem Artikel der deutschen Wikipedia, der allerdings keine Bildbeschreibung in unserem Sinn enthält:

Grünewald: Stuppacher Madonna

Bildbeschreibung von Aljoscha:

Um dieses Bild wirklich zu verstehen, reicht eine einfache Bildbeschreibung nicht aus. MAn muss schon zur Bildanalyse in der Wikipedia greifen. Aber ich versuche es trotzdem.

Es ist ein Bild der Zweisamkeit: eine Mutter und ihr noch ganz kleines Kind schauen sich an. Maria sitzt und das Kind steht auf ihrem Schoß, sie hält ihn mit der rechten Hand, der Kleine guckt zu ihr nach oben und lächelt ihr zu. Der Blick der Mutter zum Kind ist voller Zärtlichkeit, sie hat ihren Kopf leicht zu ihm geneigt, ihr Gesicht ist ganz entspannt und klar, aber es scheint, als würde sie auch lächeln.

Die beiden haben alabasterweiße Haut, der kleine Junge ist strohblond, und seine Mutter hat langes wellendes rotblondes Haar.

Eine sehr prominente Stelle auf dem Bild nimmt Marias linke Hand mit langen Fingern ein. Mit dem Daumen, Zeigefinger und dem dritten Finger hält sie eine kleinen Frucht vor ihrem Kind, als würde sie sie ihm reichen. Dabei sind der Ringfinger und der kleine Finger in einer gekünstelt graziösen Geste weit abgespreizt. Auch die Fingerchen des Kindes sind lang und wohl definiert für sein Alter. Sie zeigen aber auf Marias Halsschmuck und den Baum, unter dem sie sitzt, und hier beginnt schon die nächste Bedeutungsebene des Bildes.

Denn alles hier hat eine symbolische Bedeutung. All die zahlreichen Details und Elemente des Bildes gehen über den Moment der liebevollen Zweisamkeit zwischen Mutter und Kind hinaus und geben sinnfällige Botschaften ab: Neben Maria wachsen weiße Lilien, hinter ihr ist eine mittelalterliche Kirche zu sehen, zu ihren Füssen stehen eine weiße Porzellanschale und ein Krug, dahinter ein Kreuz und Bienenstöcke, über ihr der Regenbogen und ganz oben Gottvater mit Engeln. Diese kleinen Botschaften des Bildes kann man dank Kunsthistorikern einwandfrei enträtseln, doch ein ewiges Rätsel wird wohl dieser Blick der Mutter auf ihr kleines Kind bleiben: so ruhig und so liebend.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter schon beschrieben

Eine Antwort zu “Matthias Grünewald: Stuppacher Madonna

  1. Kommentar von Anja:
    Hallo Karsten,
    ich habe gestern abend noch ziemlich spät kurz reingehört. ich bin total begeistert und möchte dies auch gern an die beschreiber weitergeben. Einfach klasse1. Bitte gib das Lob weiter!
    Lieben Gruß, Anja

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