100 Meisterwerke: 26. „Louise Bourgeois“ von Robert Mapplethorpe

Louise Bourgeois

Die Schwarzweiß- Fotografie wurde 1982 von dem amerikanischen  Fotografen und Künstler Robert Mapplethorpe aufgenommen und ist ein Portrait der Französisch –Amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois. Auf dem Bild ist sie 72 Jahre alt. Sie steht oder sitzt vor einem einheitlich grauen Hintergrund und ihr  Oberkörper ist bis zur Taille zu sehen. Sie befindet sich etwas nach rechts gedreht in der rechten Hälfte des Bildes und schaut direkt in die Kamera.

Louise Bourgeois trägt graumelierte, längere Haare, die sie zurückgebunden hat, der Zopf ist aber nicht zu sehen. Sie hat einen lockeren Seitenscheitel auf der linken Seite. Sie lächelt verschmitzt und fast frech in die Kamera und ihr Gesicht scheint von der rechten Seite beleuchtet zu sein. Durch die Beleuchtung entsteht ein leichter Schatten auf der linken Seite ihres Gesichts. Dieser beginnt am Ende ihres Auges und zieht sich über Wange und ihr linkes Ohr bis zum Kinn, wo er dunkler ist. Ihre hellen Augen sind etwas  zusammengekniffen und lachen mit. Durch ihr Lächeln sind ihre Zähne  teilweise sichtbar.

Sie hat ein ovales Gesicht mit einer hohen Stirn mit vielen kleinen Falten und vielen Lachfalten um die Augen. Ihr rechtes Ohr ist durch die Drehung ihres Kopfes nicht zu sehen. Ihre Nase ist lang und schmal und sie hat kurze geschwungene Augenbrauen. Sie sieht freundlich, frisch und irgendwie beeindruckend aus.

Sie trägt eine sogenannte Affenfelljacke. Dies ist eine schwarze Felljacke aus glattem, mattem  Kunstfell. Die Haare des Kunstfells sind etwa zehn Zentimeter lang. Die Ärmel der  Jacke reichen bis zu den Handgelenken und der Kragen bedeckt ihren kompletten Hals. Der linke Arm hängt gerade herunter und die Hand ist nicht mit auf dem Bild.

Der rechte Arm ist angewinkelt und unter dem Arm hält sie eine etwa fünfzig Zentimeter große Penisplastik. Die Spitze des Penis‘ zeigt nach rechts und die Hoden ragen wie zwei Bälle übereinander hinter ihrem Ellenbogen bis zum linken  Bildrand hervor. Mit ihrer rechten Hand hält sie die Spitze des Penis‘ fest. Es sind nur der Daumen und der Zeigefinger zu sehen.

Bei der Penisplastik handelt es sich um die Skulptur „Fillette“ die die Künstlerin selbst 1968 anfertigte. Die Plastik wirkt wie aus Bronze gegossen, ist aber mit Latex überzogen, Sie ist braun und hat eine feine, fast aderige Struktur. Die Farbe lässt sich allerdings in der schwarz-weiß- Fotografie schwer bestimmen. Die Art wie sie die Skulptur hält soll an die Art erinnern, wie in Frankreich Baguettes getragen  werden.

Bildquelle: pinterest

Text: Jana Marie Schmidkunz-Gereke

 

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100 Meisterwerke: 32. „Sterbezimmer“ von Edward Munch

Sterbezimmer

Edvard Munch war ein norwegischer Maler und Grafiker des Symbolismus. Neben zahlreichen Gemälden fertigte er ebenfalls Grafiken und Zeichnungen an. Munch gilt als wegweisend in der expressionistischen Malerei der Moderne. In Deutschland und im übrigen Mitteleuropa genoss er früh den Ruf eines epochemachenden Neuschöpfers. Heute sind seine Werke weltweit berühmt.

Das Bild mit den Maßen 38 x 58,5 cm zeigt einen Raum, in dem sich sieben sitzende oder stehende Personen um ein Bett mit Beistelltisch gruppieren. Der Raum hat einen hellbraunen Holzfußboden, dessen Dielen vertikal verlaufen. Der Boden hat im unteren rechten Teil des Bildes einen Fleck, der als horizontal liegender Kopf interpretiert werden kann. Der Raum wird von zwei olivegrünen Wänden begrenzt. Von der linken Wand ist nur ein Bruchteil in der hinteren Ecke sichtbar. Dort befindet sich ein vertikal angebrachtes Holzbrett. An diesem Brett stützt sich ein Mann mit der rechten Hand ab, seine linke hat er in der Hosentasche. Er trägt einen blauen Pullover und eine Hose, bei der das linke Bein braun und das rechte grün ist. Der Kopf des Mannes ist in Richtung der Wand nach unten geneigt. Sein Gesicht ist nicht zu erkennen, da keine Details wie Augen oder Nase gezeichnet sind. Die Gesichtsfarbe des Mannes ist leicht rötlich. An der Wand, die von vorne nahezu in ganzer Breite sichtbar ist, hängt mittig über dem Bett ein Bild. Es hat einen Holzrahmen und ist mit Nadel und Faden befestigt und zeigt in wenigen schwarzen Strichen die Abbildung eines Mannes mit wollener Seefahrermütze und Bart.

Das hölzerne Einzelbett ist mit weißer Bettwäsche bezogen. Ein Teil davon hängt auf der rechten Seite herab. Das Kopfkissen liegt auf der Wandseite. Rechts des Bettes befindet sich ein Beistelltisch, auf dem zwei Fläschchen mit roter Flüssigkeit stehen sowie ein Glas mit einem Stab auf dem rechten vorderen Rand.

Rechts des Bettes sitzt eine Frau in einem blauen Kleid und weißer Kutte darüber auf einem Stuhl. Sie hat eine braune, halbdurchsichtige Decke mit roten Pünktchen auf dem Schoss. Ihr Gesicht ist nicht zu erkennen. Sie sitzt mit dem Stuhl Richtung Kopfkissen. Der Stuhl ist aus Holz und Rund geschwungen. Seine Lehne ist hoch und eine zweite Frau stützt sich mit der linken Hand daran ab. Diese Frau ist schlank und trägt ein langes, graublaues Kleid. Sie hat eine blasse Gesichtsfarbe. Ihre Haare sind schwarz und zu einem Dutt zusammengeknotet. Die rechte Hand hält sie mit der Innenfläche nach oben gerichtet auf Hüfthöhe.

Hinter der Frau im Stuhl und nahe zum Beistelltisch, steht ein alter Mann mit einem grauen Vollbart. Sein Oberlippenbart verläuft spitz zur Seite. Die Augen sind geschlossen. Mittig auf dem Kopf hat er eine Glatze, seine seitlichen Haare sind grau. Er trägt ein blaues Jackett und eine blaugraue Hose. Seine Hände sind vor der Brust wie zum Gebet gefaltet.

Auf der Rückseite des Bettes steht ein Mann mit dem Gesicht zum Bett gewandt. Er hat braune Haare und helle Haut. Sein Kopf ist leicht gesenkt. Das Gesicht ist nicht erkennbar, da es Richtung Bett zeigt. Er trägt einen blauen Anzug mit weißem Kragen.

Hinter diesem Mann steht eine junge Frau, die in Richtung des Betrachtenden schaut. Sie hat lange, dunkle und mit einem Mittelscheitel zur Seite gekämmte Haare. Ihr Gesicht ist blass und traurig. Die blauen Augen haben tiefe Augenringe. Der Blick ist traurig und leer. Sie trägt ebenfalls ein dunkelblaues und schlichtes, langes Kleid. Das Kleid hat entweder viele Mottenflecken oder gewollte Akzente über den ganzen Stoff verteilt. Es handelt sich um etwas tropfenförmige, nach unten zerlaufende, rötliche Farbtupfer.

Vor der Frau mit den Augenringen sitzt eine weitere junge Frau in einem kleineren Holzstuhl. Ihre Orange-braunen Haare sind zu einem langen Zopf geflochten. Sie hat den Blick nach unten gewandt und ihr Gesicht ist nicht erkennbar. Die Hände sind auf ihren Knien zum Gebet verschränkt. Ihr Kleid ist ebenfalls lang und blau.

Bildquelle: Wikimedia

Text: John Patzwaldt

 

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100 Meisterwerke: 31.“Le phénomène de l’extase“ von George Brassaï

Das Phänomen der Extase

George Brassaï (ursprünglich Gyula Halász) gab sich selber den Namen Brassaï was „der aus Brassó stammende“ bedeutet. Er wanderte 1924 von Ungarn nach Frankreich aus und fotografierte dort vorwiegend das Pariser Nachtleben. Er widmete sich somit vor allem der damals noch schwierigeren Fotografie bei Nacht und spielte in seinen Bildern mit Licht und Schatten. Auch auf dem hier beschriebenen Foto „Le phénomène de l’extase“ (dt. „Das Phänomen der Ekstase“) lässt sich das Spiel mit Licht und Schatten deutlich erkennen.

Es handelt sich um eine schwarz – weiß Fotografie aus dem Jahr 1933 und zeigt eine junge Frau um die Mitte bis Ende Zwanzig, die auf einem Bett liegt. Es ist im Querformat aufgenommen und die Frau befindet sich direkt im Mittelpunkt des Bildes.

Das Bett füllt fast das ganze Bild aus, nur auf der linken Seite ist die Bettkante zu erkennen. Das Kopfende des Bettes scheint aus Holz zu sein, ist jedoch aufgrund des unscharfen Hintergrundes nicht klar erkenntlich. Die Frau liegt auf dem Rücken. Ihr Kopf befindet sich auf der linken oberen Seite der Matratze und ihr Oberkörper verläuft quer durch das Bild bis zum rechten Bildrand. Das Bild ist von leicht oben aufgenommen, als würde der Fotograf mit ihr auf dem Bett sitzen und sich leicht über sie beugen um sie zu fotografieren. In der linken oberen Ecke befindet sich eine Lichtquelle, ob es sich um eine Lampe oder ein Fenster handelt ist nicht klar erkennbar. Das Licht scheint auf die obere Bettkante und auf das Gesicht der Frau

Auffällig sind die Haltung der Frau sowie ihr Gesichtsausdruck. Ihr Kopf ist leicht nach rechts geneigt und liegt auf ihrer rechten Schulter. Ihre Augen sind geschlossen und die Augenbrauen sind schmal, dunkel und in einem perfekten Bogen geformt. Ihr schmaler Mund ist leicht geöffnet so dass ihre oberen Zähne zu sehen sind. Ihre Zähne sind gerade, groß und stechen durch ihr strahlendes Weiß besonders hervor. Ihre etwa bis zur Schulter langen, dunklen Haare liegen auf dem Bett und fallen an der linken Bettkante hinunter. Obwohl sie im Bett liegt und ihre Augen geschlossen sind wirkt die Frau keineswegs als würde sie schlafen, sie sieht aus als würde sie sich vollkommen einem Genuss oder einer Fantasie hingeben und als wäre sie regelrecht in Ekstase.

Sie trägt ein dunkles, kurzärmliges Kleid, bei dem der Ärmel der linken Schulter verrutscht ist und ein weißer BH-Träger zum Vorschein kommt. Ihre Arme liegen eng an ihrem Körper. Ihr Körper ist jedoch nur bis ungefähr auf Höhe ihrer Hüften auf dem Bild zuerkennen und wird auf der rechten Seite auch immer dunkler. Nur das weiße, leicht zerschlissene Laken hebt sich von dem dunklen Körper ab.

Insgesamt wirkt das Foto auf mich sehr anziehend und erotisch. Es erweckt eine sinnliche und private Atmosphäre. Auch das Spiel mit Licht und Schatten ist Brassaï auf dem Foto sehr gut gelungen und verstärkt die mystische Stimmung auf dem Bild, da für den/die Betrachtenden nicht klar zu erkennen ist wieso die Frau auf dem Bett liegt und warum sie in Ekstase ist.

Bildquelle: Pinterest

Text: Clara Hoffmann

 

 

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100 Meisterwerke: 30. „Das Afghanische Mädchen“ von Steve McCurry

Das Afghanische Mädchen

Das Foto „Das afghanische Mädchen“ von Steve McCurry entstand 1984 in Afghanistan in einem Schulzelt des Flüchtlingscamps „Nasir Bagh“ und erschien ein halbes Jahr später auf der Titelseite des National Geographic und wurde dadurch weltweit berühmt. Mccurry kannte den Namen des Mädchens nicht und nannte das Bild daher „Afghan Girl“.

Das hochformatige Foto zeigt das Porträt eines etwa 12-jährigen Mädchens, das direkt in die Kamera schaut. Ihr ovales Gesicht befindet sich im Mittelpunkt des Fotos. Die weit geöffneten Augen des Mädchens stehen im Fokus des Bildes: Sie schimmern von der Pupille ausgehend in einem hellen grün und werden zum Rand der Iris dunkler, zuerst hell – und am Rand dunkelblau. Von der Pupille ausgehend, zieht sich eine leichte Lichtspiegelung durch die Iris. Wimpern und Augenbraun sind dunkelbraun.

Der Mund ist verschlossen; die schmale Oberlippe ist herzförmig nach oben gezogen ihre Unterlippe hingegen ist etwas voller. Das Mädchen hat eine gleichförmige, ebene Nase. Auf ihrem vom Betrachtenden aus linken Nasenflügel ist ein brauner Fleck, der wahrscheinlich eine Narbe ist, erkennbar.

Im Kontrast zur Augenfarbe stehen ihre dunklen buschigen Augenbrauen und ihr gleichfarbiges, schulterlanges, etwas zerzaustes Haar, das sie mit einem Tuch leicht bedeckt. Jedoch ist es nur locker übergeworfen und nicht festgeknotet oder gesteckt. Es verdeckt nur ihren Hinterkopf und ihren Hals. Oben und an der Seite schauen Haarsträhnen hervor. Das Tuch besteht aus verwaschenem, rotem Stoff mit etwas helleren Mustern darauf. An einigen Stellen ist es zerschlissen. Unter dem Tuch trägt sie ein dunkel grünes Oberteil, welches nur durch die Löcher im darüber liegenden Stoff sichtbar wird.

Das Mädchen sitzt leicht seitlich, guckt jedoch mit geradeaus in die Kamera. Ihr Körper ist auf dem Foto nur bis zu ihrer Brust sichtbar. Arme sind nicht zu erkennen.  Der Hintergrund ist verschwommen, es lässt sich nicht erahnen wo das Foto aufgenommen wurde. Die Hintergrundfarbe ist eine unbestimmte Mischung zwischen grün und blau.

Auffallend ist, dass nur das Porträt des Mädchens scharf zu erkennen ist und ihre Augen sofort herausstechen und den Betrachtenden nicht mehr los lassen. Dies liegt nicht nur an der leuchtenden Augenfarbe, sondern an dem Blick der Furcht vor den Schrecken des Krieges, aber gleichzeitig Stolz und Hoffnung ausdrückt.

Trotz mehrfachen Bemühungen gelang es McCurry erst 2002 die Identität des Mädchens zu klären. Sharbat Gula verlor im Afghanistankrieg beide Eltern. Nach dem Aufenthalt im Flüchtlingslager kehrte sie nach Afghanistan zurück, wo sie heiratet und Kinder bekam. Sie erinnerte sich fotografiert wurden zu sein, hatte ihr Portrait vor 2002 aber nicht gesehen.

Bildquelle: artberlin.de

Text: Clara Hoffmann

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Fotogalerie zur Ausstellung „Die Schönheit der Blinden“ auf der Pariser Fashion Week

BRAILLEDESIGN „La Beauté des Aveugles“ diesen September auf der Fashion Week in Paris.

Fotos: Karsten Hein

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100 Meisterwerke: 29. „Tina on the Azotea“ von Edward Weston

Tina on the Azotea

Die Fotografie „Tina on the Azotea“ stammt aus der Bilderreihe „ Mexico“ des Amerikanischen Fotografen Edward Weston. Weston war bekannt für seine Kunstfotografien in schwarz-weiß. Auch das hier beschriebene Bild aus dem Jahre 1924 mit den Originalmaßen 14,4 x 23,5 cm ist schwarz-weiß. Abgebildet ist Westons damalige Geliebte Tina Modotti, die bei ihm das Handwerk der Fotografie erlernte sowie für ihn Model stand und aus dem Spanischen übersetzte.

Auf dem Foto ist eine nackte  Frau, etwa Anfang bis mitte zwanzig, in Rückenlage zu sehen. Ihr Kopf befindet sich in der unteren, linken Bildecke und ist nur zu einem dreiviertel abgebildet; der Scheitel ist nicht mehr mit auf dem Bild. Ihr Körper liegt fast  diagonal im Bild und endet kurz unterhalb der rechten, oberen Ecke. Die Beine sind nicht ganz im Bild zu sehen, sie enden kurz über den Knien. Die Frau hat den Kopf nach rechts, in Richtung Kamera geneigt und die Augen geschlossen. Ihr Gesichtsausdruck wirkt ruhig aber ernst. Man könnte auch meinen sie schläft. Sie hat lange gerade, schmale Brauen. Ihr Gesicht ist oval und sie hat volle Lippen. Ihre Stupsnase ist weder klein noch groß.

Tina hat dunkle Haare und trägt einen kurzen Pony, ihre restlichen Haare enden knapp unter ihren Ohren. Sie hat eine schlanke Figur und volle Brüste. Den rechten Arm hat sie angewinkelt, als würde sie ihn in ihre Seite stemmen, Die Hand verschwindet aber hinter dem Rücken. Ihr linker Arm ist nicht zu sehen und liegt wahrscheinlich ebenfalls unter ihrem Rücken. Durch die Erhöhung die sich durch ihre Hände beziehungsweise den linken Arm ergibt, drückt Tina ihren Brustkorb etwas in die Höhe. Dadurch treten ihre unteren Rippen leicht hervor. Die Beine hat sie ausgestreckt, wobei ihr rechtes Bein etwas angehoben zu sein scheint. Ihre Haut wirkt hell und ihre Schambehaarung ist dunkel. Das Licht scheint von oben auf ihren schönen Körper zu fallen, sodass Schatten an Rippenbögen, Beckenknochen, Bauch und Oberschenkeln entstehen.

Sie liegt auf einem hellen Steinboden bestehend aus etwa zwanzig x zwanzig Zentimeter großen Quadraten. Nicht alle Fugen sind zu erkennen und es sind ein paar dunklere Flecken auf dem nicht einheitlich hellen Boden zu sehen.

Bildquelle: articulosparapensar.wordpress.com

Text: Jana-Marie Schmidkunz-Gereke

 

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100 Meisterwerke: 27. „Die Eltern“ von Otto Dix

Die Eltern

Das Bild von Otto Dix mit dem Titel‘ „Die Eltern“ ist im Jahre 1924 gemalt
worden. Otto Dix war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker des 20.
Jahrhunderts. Seine Werke sind von stilistischer Vielfalt geprägt. In seiner
künstlerischen Grundhaltung blieb er jedoch dem Realismus treu.

Im Vordergrund des Bildes sitzt ein Paar in seinen Sechziger Jahren auf einem Sofa nebeneinander. Das Sofa hat eine dunkel- braune Sitzfläche und eine grüne Rückenlehne, die von Holzkanten umrahmt ist. Die beiden sitzen auf gleicher Höhe auf dem Sofa. Wobei der Mann breitbeinig mehr in der Mitte und die Frau eher links am Rand sitzt. Man kann die Beine beider bis kurz unter dem Knie sehen.

Die Frau trägt eine rote, langärmlige Bluse, dazu einen blauen langen Rock. Sie hat kurze, braune, leicht gewellte Haare und gleichfarbige Augenbrauen. Ihr Gesicht ist lang und schmal mit einer langen rötlichen Nase. Stirn und Mundpartie sind faltig. Auf dem Bild ist nur ihr linkes großes Ohr zu sehen. Die Wangen sind leicht gerötet und sie hat blaue Augen.

Der Mann ist mit einem kragenlosen Hemd, das bis oben zugeknöpft ist, bekleidet. Es hat feine blaue und weisse Streifen nach Art eines Arbeiterhemdes. Dazu trägt er eine schwarze Hose und eine braune Weste. Die Weste ist bis auf einen dreieckigen Ausschnitt, aus dem das Hemd heraus schaut, ebenfalls geschlossen. Wie die Frau hat auch der Mann eine grötete lange Nase. Bei ihm sind beide auffällig großen Ohren zu sehen. Die Haare, der buschige Schnurrbart und die Bartstoppeln am Kinn sind grau. Die Frisur wirkt dicht und gut durchgekämmt. Seine Augenbrauen sind weiß und auch er hat Stirnfalten. Seine Wangenknochen sind stark ausgeprägt.

Beide sind sauber und ordentlich angezogen. Ihre Gesichter wirken alt, aber nicht älter als sie tatsächlich sind. Auffällig ist, dass die alte Frau ihr Gesicht seitlich nach links dreht, ins Halbprofil, während der Mann geradeaus schaut, aber nicht zum Betrachter. Weiter fallen die ausgestreckten, überproportional großen, faltigen Hände auf: Die Frau hält ihre beiden Hände rechts und links auf ihren Oberschenkeln. Der Mann hat seine linke Hand neben seinem Knie auf dem Sofa platziert. Die rechte liegt auf dem rechten Knie. Seine Hände sind groß und er hat lange dicke Finger mit verdickten Gelenken, die nach schwerer Arbeit aussehen. Beider Gesichtsausdruck wirkt ernst und teilnahmslos. Sie schauen stumm und müde.

Der obere Teil des Hintergrunds ist hellgrün. Fast direkt über der Sofalehne verläuft ein ungefähr zehn Zentimeter breiter Zierstreifen mit grünem Muster horizontal vom einen zum anderen Bildrand. Wo das Sofa rechts und links den
Hintergrund nicht komplett ausfüllt, ist der untere Teil der Wand blau. Beide Wandteile sind mit einer schmalen schwarzen Linie voreinander getrennt. In der rechten, oberen Ecke des Bildes hängt hinter dem Sofa an der Wand ein weißer Zettel auf
dem steht: ,,Mein Vater 62 Jahre, Mutter 61 Jahre alt. Gemalt im Jahre 1924“.
Es ist mit der Hand geschrieben und mit einem Nagel befestigt.

Bildquelle: Tumbler

Text:  Rojbin Julia Yümin

 

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